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Diebstahl ist die DNA der USA

Dass US-Präsident Donald Trump lautstark und mit Nachdruck den Besitz Grönlands beansprucht, entsetzt und schockiert viele, doch im Grunde gehört es zur DNA der USA, anderen Völkern Land und Ressourcen zu stehlen.

Am 4.7.1776 schlossen sich 13 Kolonien entlang der Ostküste Nordamerikas zu den Vereinigten Staaten von Amerika zusammen. Während des Unabhängigkeitskriegs annektierte die Staaten unter anderem Louisiana und West-Florida. Dabei war bereits die Kolonialisierung wie später die weitere Expansion der USA mit der fortlaufenden Enteignung, Entrechtung und Diskriminierung der Ureinwohner Nordamerikas verbunden. Als einer der traurigen Höhepunkte dieser aggressiven Politik ist der Trail of Tears in die Geschichte eingegangen. Grundlage war der Indian Removal Act von 1830, mit dem die Ureinwohner zum Verlassen ihres fruchtbaren Landes gezwungen und in karge Prärien gedrängt wurden.

1846 bis 1848 fand die Annexionsgeschichte der USA im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg ihre Fortsetzung. Die USA beanspruchten Kalifornien und wollten das Land zunächst käuflich erwerben. Mexiko lehnte wiederholt ab. Das Gleiche galt für Texas. Ergebnis: Die USA führten schließlich Krieg gegen Mexiko, um sich einfach zu nehmen, was sie forderten.

Grönland hat eine Fläche von 2,166 Millionen Quadratkilometern. "Grönland" ist die dänische Bezeichnung der Insel, die Urbewohner der Insel nennen ihr Land Kalaallit Nunaat. 1721 kolonialisierten Dänen die Insel, die fortan zum Königreich Dänemark gehörte. Seit 2008 ist Grönland autonom.

Die USA sind auf Grönland bereits im Rahmen der NATO mit der Thule Air Base vertreten. Seit 2019 bekundet Trump Interesse an Grönland. Im Kampf gegen Russland und China betrachtet Trump die Insel als strategisch wichtig. Außerdem wecken die Rohstoffvorkommen auf Grönland die Interessen der rohstoffhungrigen US-Industrie.

pub. am 14.1.2026

Fall Epstein: Die Abgründe der Mächtigen

Jeffrey Edward Epstein, geboren 1953 in New York City als Kind jüdischer Mittelständler, gelangte 1976 über den Investmentbanker Alan Courtney "Ace" Greenberg zur Börse American Stock Exchange. Greenberg war von Epsteins Fähigkeiten beeindruckt, die gut gebraucht würden, um besonders wohlhabende Kunden über die steuerlichen Auswirkungen ihrer Portfolios zu beraten. Dabei hatte Epstein, der es zum Mathematiklehrer an einer Eliteschule gebracht hatte, keinen entsprechenden Abschluss. In den 1980er Jahren arbeitete Epstein dann für den britischen Waffenhändler Douglas Leese, ein Schwergewicht in diesem Business. Nächster großer Auftraggeber war ab 1988 der Anlagenbetrüger Steven Jude Hoffenberg. Epstein verließ dieses Ponzi-System Towers "Financial Corporation" kurz vor dessen Zusammenbruch, bei dem Investoren mehr als 450 Millionen US-Dollar verloren, und kam unbeschadet raus. Bereits seit 1982 hatte sich Epstein mit seiner eigenen Firma J. Epstein & Co. auf Geldanlagen für Milliardäre spezialisiert.

Durch seine geschäftlichen und privaten Aktivitäten baute Epstein ein atemberaubendes Netzwerk zum Who is Who der Welt auf. Dazu gehörten eine Modelagentur, ein DNA-Data-Mining-Dienst und eine Spezialbank für Offshore-Kunden. Für die Optimierung seiner Geschäfte, konkret zur Umgehung strenger gesetzlicher Vorgaben, wählte Epstein die US-Jungferninseln in der Karibik. Dort kaufte er im April 1998 auch eine der Inseln, Little Saint James, um dort 2016 mit Great Saint James eine weitere Insel zu erwerben.

Die Inseln spielten eine zentrale Rolle in der Skandalgeschichte um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger, welcher 1996 und 1997 erstmals aktenkundig wurde, weil Frauen bei der Polizei Anzeigen erstatteten, die allerdings folgenlos blieben. Weitere Anzeigen viele Jahre später zogen dann doch einen Prozess nach sich, der 2008 zu einer am Ende 13-monatigen Haft führte. Zu den bekannten Tatorten gehörten inzwischen auch Palm Beach, einer der beliebtesten Zufluchtsorte der "Reichen und Schönen". Wie später herauskam, waren an verschiedenen Orten Epstein'scher Anwesen versteckte Kameras installiert, um Prominente mit Material über sexuelle Handlungen erpressen zu können.

Zahlreiche Promis des Epstein-Universums sind inzwischen namentlich bekannt. Dazu zählten Bill Gates, Bill Clinton, Prinz Andrew (Bruder von Prinz Charles, inzwischen englischer König), Donald Trump, Woody Allen, Rupert Murdoch, Michael Jackson, Tony Blair, David Copperfield, Noam Chomsky, Robert F. Kennedy Junior und die norwegische Prinzessin Mette-Marit. Welche Rolle die Genannten konkret spielten und ob sie sich in Epsteins sexuelle Abgründe des Missbrauchs Minderjähriger begaben, ist mit der puren Erwähnung ihrer Namen durch Epstein nicht belegt. Gleichwohl tun sich hier Abgründe auf, von denen sich nicht alle so leicht reinwaschen können.

Nach langem Hickhack hat das US-Justizministerium Ende Januar 2026 gigantische Datenmengen über den Fall "Epstein" publiziert. Es sind PDF-Dokumente aus den Ermittlungsakten mit zahlreichen Fotos, Scans und Dokumenten über das Epstein-Universum. Die Journalistin Julie Browns vom "Miami Harald" hatte Stand 2018 etwa 80 Opfer ermittelt, die von Epstein missbraucht worden waren, wobei sie oft durch das Versprechen von Bildungs- und Karrierechancen angelockt worden sein sollen.

Zwei Tage vor seinem Tod übertrug Epstein sein gesamtes Vermögen testamentarisch an die Stiftung "The 1953 trust". Die Rede ist von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar. Nach seiner Verurteilung inhaftiert wurde Epstein am 10. August 2019 tot in seiner Zelle gefunden. Am 19. Februar 2022 fand man schließlich auch einen seiner "Lieferanten", den verurteilten Franzosen Jean-Luc Brunel von der Modelagentur MC2, tot in seiner Zelle auf. In beiden Fällen ist offiziell von Selbstmord die Rede, was jedoch von einigen Beobachtern bezweifelt wird, schließlich ist der ganze Fall wegen der Beziehungen zu zahlreichen einflussreichen Personen auf internationalem Parkett äußerst heikel. So wird auch der Deutschen Bank und der US-Bank JPMorgan Chase Komplizenschaft bei der Finanzierung des internationalen Missbrauchsrings vorgeworfen. Gegen Entschädigungen in dreistelliger Millionenhöhe konnten sich beide Banken von der weiteren Verfolgung freikaufen. Zwischenzeitlich freigekauft hat sich auch der jüdische Finanzunternehmer, Milliardär und Kunstsammler Leon Black, der im Zusammenhang mit dem Fall Epstein von mehreren Frauen wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt worden war.

Nach den behördlichen Veröffentlichungen in den USA sind Millionen von Seiten im Umlauf, darunter auch sensibles Material über Opfer, die neues Leid infolge unzureichender Anonymisierungen beklagen.

Link zu den Epstein-Inseln

intensive Recherchen des Miami Herald

Publikation eines Teils der Epstein-Akten durch das US-Department of Justice

Beitrag von TLC


Aus den Polizeiakten: Ein verschlüsselter, blutverschmierter Brief einer verzweifelten Frau, die einen Fötus im Klo heruntergespült und Jeffrey Epstein verflucht mit der Bemerkung hat, dass er ihr Fühlen zerstört habe und sie nicht sein Inkubator sei.

pub. am 5.2.2026, erneut bearbeitet am 7.2.2026


Die Konfrontationen weitet sich aus

2025 bekam die Hoffnung auf eine friedlichere Welt regelmäßig Nahrung. Die Ukraine, Gaza und Iran könnten endlich ausgestanden sein, konnten die Menschen Ende 2025 glauben. Doch Anfang 2026 ist klar: Das Gegenteil ist der Fall. Der Krieg in der Ukraine geht weiter, Israel will erneut in Gaza zuschlagen, im Iran randalieren vom Ausland angeheizte Menschen, die USA attackieren Venezuela und nehmen Präsident Maduro mit, bedrohen Kuba, Kolumbien, Iran und Dänemark.

Die USA bomben außerdem in Syrien, Nigeria und im Irak. US-Präsident Donald Trump, der mit dem Friedensnobelpreis liebäugelte und ihn 2025 nicht bekam, scheint nun endlich sein wahres Gesicht zu zeigen. Wahrscheinlich ist es aber nur die Fratze des Kapitalismus und Imperialismus, die im schon länger sich entwickelnden Krisenmodus immer deutlicher hinter der schönen Maskerade hervortritt. Die Konfrontation weitet sich aus. Um Rohstoffe und Märkte wird so hart wie lange nicht mehr und ganz offen gestritten. Die USA haben ihre Führungsrolle verloren, aber Trump ist fest entschlossen, das Ruder herumzureißen, koste es, was es wolle.

Die führenden EU-Staaten Deutschland, Großbritannien und Frankreich rüsten massiv auf. Angeblich greift Russland 2029 an. Oder früher. Die staatstreuen Medien hämmern den Menschen Tag und Nacht ein, wo der Feind steht, und verbreiten Angst. Die Menschen sollen wieder zu den Waffen greifen. Daher klingt die schon zu Lebzeiten von Helmut Schmidt diskutierte Möglichkeit eines Dritten Weltkriegs immer weniger hypothetisch. Kriegsgeschrei und Pulverrauch, wohin man schaut.

pub. am 11.1.2026

Tarif-Chaos: US-Gericht pfeift Trump zurück

US-Präsident Donald Trump gefällt sich in der Rolle des Allmächtigen und versteht sich mit seinem Größenwahn gern hinter der Formel, dass es ja nur um das Beste für die USA gehe. Tatsächlich stillt er aber den Hunger seines narzisstischen Egos. Zu den Exempeln seiner Allmachtsfantasien gehören die massiven Eingriffe in die Zölle, was die globale Wirtschaft, einschließlich der US-amerikanischen, in große Turbulenzen gestürzt hat. Ein Berufungsgericht hat die Trump-Zölle nun aufgehoben. Begründung: Trump hat seine Kompetenzen überschritten. Viele der Zölle sollen jetzt zurückgenommen werden, aber offenbar erst Mitte Oktober 2025.

Trump reagierte gelassen auf den Gerichtsentscheid, aber er wird sich wahrscheinlich beugen müssen, zumal der Schaden, nicht zuletzt für die USA, bereits entstanden ist. Die Schlagzeilen sind verheerend: "Trumps Zollpolitik wirft USA zurück ins Jahr 1910." "Trumps Zölle treffen wichtigste Handelspartner der USA." (Statista) "Trumps Zölle bedrohen laut Bericht 300.000 deutsche Arbeitsplätze." (Die Zeit)

Trump reagierte auf den Gerichtsentscheid und schrieb unter anderem: "If these tariffs ever went away, it would be a total disaster for the country. For many years tariffs were allowed to be used against us ..." (Trumps Onlineplattform Truth Social) Wenn die Zölle zurückgenommen würden, wäre das ein Desaster für die USA. Viele Jahre habe man zugelassen, dass Zölle gegen die USA verwendet wurden. Diese Auffassung vertrat er schon während seiner ersten Präsidentschaft. Im Mai 2018 schwang er schon einmal die Zollkeule, nur war das damals noch kein Rundumschlag wie jetzt. Doch auch damals war die Europäische Union schon davon betroffen.

pub. am 30.8.2025


"Koalition der Wichtigen" spielt keine Rolle

Es beginnt damit, wie sie sich selbst nennen: "Koalition der Willigen." Diese völlig überzogen Bezeichnung für die kleine Gruppe derer, die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg an der Feindschaft gegen Russland festhalten, angeblich um ihre Solidarität mit der Ukraine zu zeigen, und um Bedeutung ringen in einem geopolitischen Spiel, das zwischen Russland und den USA ausgetragen wird, zeigt, wie peinlich sich Deutschland, Frankreich, England, Italien und Finnland sowie die Führung von NATO und Europäischer Union in der Fiktion verrannt haben, Russland niederringen zu müssen. Dabei sagt US-Präsident Donald Trump ganz richtig, dass die Ukraine den Krieg nicht gewinnen kann und dass das Eingeständnis dieser Niederlage einen Preis hat, ohne den es keinen Frieden gibt.

Der einzige europäische Staatschef, der das bisher erkannt und mehrfach offen wiederholt hat, ist Ungarns Regierungschef Viktor Orban. Daher ist es auch kein Zufall, dass die Verhandlungen über das Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine wahrscheinlich in Ungarn fortgesetzt werden, auch wenn die Sabotage gegen russische Öllieferungen an Ungarn durch die Ukraine als Störfeuer für eine solche Entscheidung verstanden werden könnten. Doch die USA und Donald Trump lassen sich von niemanden in Europa verschreiben, mit wem sie wo welche Geschäfte machen. Der Großteil der EU hat sich unabhängig davon einfach zu viele Feinde in der Welt gemacht und selbst ins Knie geschossen, um jetzt mehr sein zu können, als diejenigen, die man wegen ihrer Intrigen ausmanövrieren muss.

Trump hat die "Freunde" seines ukrainischen Usurpatoren Wolodomyr Selenskyj mit süßhölzerner Zunge empfangen, während er sie gleichzeitig vom Gespräch mit Selenskyj ausschloss und ihr zahlreiches Erscheinen primär als Beleg für seine eigene Bedeutung nutzte. Wer Augen hat, kann das sehen und versteht, dass hier großes Theater aufgeführt wird auf dem Rücken von Millionen Bürgern, die ihr Geld und ihr Leben geben, damit eine Clique wichtigtuerischer Elemente ihre Bühne hat.

pub. am 20.8.2025

China und Korea: 80. Jahrestag der Befreiung

Wenn es um das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Niederschlagung faschistischer Regime geht, dann sind die Augen meist auf Deutschland gerichtet. Das ist auch so, weil Deutschland anders als Japan, wo die USA 1945 zwei Atombomben abgeworfen haben, seine Täterschaft nicht hinter einer Opferrolle verstecken kann. Doch an Grausamheiten stand der japanische Faschismus dem deutschen und italienischen Faschismus in nichts nach. Das ist auch ein wesentlicher Grund dafür, warum China und Korea den 80. Jahrestag der Befreiung von den Japanern genauso feiern, wie Russland den Sieg über den Hitlerfaschismus zelebriert.

Schaut man sich die Geschichte der japanischen Expansion und Okkupation an, so hatten Koreaner und Chinesen weitaus länger zu leiden als die Staaten Europas. Bereits 1876 begann Japan damit, Korea zu erpressen, nachdem es Ende des 16. Jahrhunderts bereits militärisch in Korea eingefallen war. 1910 folgte die Annexion, angeblich durch einen Vertrag, tatsächlich aber durch Zwang. Japan trat als Kolonialmacht auf und plünderte Menschen und Ressourcen zum Vorteil seiner eigenen wirtschaftlichen Entwicklung aus. 1919/20 leisteten die Koreaner aktiv Widerstand gegen die Japaner, konnten sich aber nicht befreien. Japan unterdrückte die Sprache und Kultur der Koreaner, rekrutierten Zwangsarbeiter und Zwangsprostituierte. 1945 befreite die Sowjetunion das Nachbarland. Japan drückte sich lange um Anerkennung des Unrechts und Entschädigung. Bis zum heutigen Tage gab es diesbezüglich auch nur Abkommen mit Südkorea.

1937 fiel Japan in China ein und nutzte dabei die Schwächung des Landes durch einen Bürgerkrieg, der bereits seit 1927 tobte. Bereits seit 1931 hatte Japan immer neue Provokationen gegen China durchgeführt. Seit 1932 hielten die Japaner einen Teil Chinas, die an Korea angrenzende Mandschurei, besetzt und etablierten dort ein Marionettenregime. Ebenfalls 1932 bombardierte Japan die chinesische Stadt Shanghai, was 18.000 Menschen das Leben kostete. Bis 1945 sollten zahlreiche weitere Kriegsverbrechen und Massaker folgen, die auch deswegen möglich waren, weil Japan China als unzivilisiert und damit minderwertig ansah.

Im Krieg ab 1937 ging Japan mit unvorstellbarer Brutalität gegen China vor und tötete gleich zu Beginn in Nanking mehr als 300.000 Chinesen. Die chinesischen Verteidiger zeigten indes ähnlich menschenverachtende Tendenzen. So ließ Chiang Kai-shek, Gegenspieler des Kommunistenführers Mao Zedong, am 9. Juni 1938 die Dämme des Gelben Flusses zerstören, um durch großflächige Überflutungen die Japaner zu stoppen. Doch zunächst starben rund 890.000 chinesische Zivilisten, die von den Folgen der Aktion überrascht wurden. 12 Millionen Menschen verloren ihr Obdach. Japan setzte schließlich 1940 eine Marionettenregierung ein, welche die von Japan eroberten Gebiete Chinas bis zum Kriegsende 1945, das durch den Einmarsch der Sowjetunion mit einer Millionen Soldaten in die Manschurei am 8. August des Jahres eingeleitet wurde, verwaltete.

pub. am 17.8.2025


Gipfeltreffen Trump-Putin in Alaska am 15. August

Nach sechs Telefonaten haben sich Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump am 15. August 2025 in Alaska getroffen. Trump ließ für Putin einen roten Teppich ausrollen und war bemüht Macht und Stärke zu zeigen, das allerdings mit dem zum Scheitern verurteilten Kalkül, Putin zu beeindrucken und ihm die amerikanischen Spielregeln aufzuzwingen. Damit setzte sich fort, was schon seit Wochen zu beobachten ist. Das von starken Emotionen getriebene Spiel von Zuckerbrot und Peitsche läuft bei Putin komplett ins Leere. Dass Putin in die USA gereist ist, war gleichwohl ein großer Schritt. Eine dreieinhalb Jahre währende Eiszeit scheint beendet.

Nach mehreren Stunden Gespräch traten Trump und Putin vor die Presse. Putin konzentrierte sich darauf, über die russisch-amerikanischen Beziehungen, die gute Nachbarschaft und die gemeinsamen Projekte zu sprechen. Putin erinnerte auch an die gemeinsame Geschichte speziell in Alaska und dass mehr als 700 orthodoxe Kirchen noch heute daran erinnerten. Das persönliche Treffen mit Trump bezeichnete Putin als logischen nächsten und wichtigen Schritt, um die Beziehungen wiederherzustellen, die seit dem Zweiten Weltkrieg in keinem so schlechten Zustand waren. Trump habe recht, wenn er sagt, dass es mit ihm diesen Krieg nicht gegeben hätte. Russen und Ukrainer seien aus einem Volk hervorgegangen, seien im Prinzip Brüder und die Kriegshandlungen daher eine Tragödie, die natürlich beendet werden müsse. Doch, so Putin, Frieden könne es nur geben, wenn die wahren Ursachen des Krieges beseitigt würden. Putin wiederholte damit seine bereits bekannte Position, die er seit Kriegsbeginn unverändert vertritt.

Trump erklärte, dass er jetzt viele Telefonate führen werde, auch mit Selenskyj. "Ich habe eine super Beziehung zu Wladimir Putin." Wenn man die Krise löse, gebe es viel Potenzial. "Wir hatten viele produktive Gespräche, viele Überschneidungen. Wir waren sehr produktiv." Es würden Tausende Menschen jede Woche getötet in der Ukraine. Das müsse aufhören. Auf Putins Einladung zu einem Treffen in Moskau erwiederte Trump, dass das nicht ausgeschlossen sei. Dabei konnte der amerikanischen Präsident allerdings nicht verbergen, wie enttäuscht er darüber ist, bei diesem Gipfel, der am Ende drei Stunden dauerte, nicht mehr erreicht zu haben. Die Presse bekam keine Gelegenheit für Fragen, ein geplantes gemeinsames Essen fiel aus.

Der Krieg geht weiter. Der Ball liegt nun bei Selenskyj, bestätigte Trump Putins Ansicht. Über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen wollte Trump nach dem Treffen viele Telefonate führen. Was hinter den verschlossenen Türen besprochen wurde, und das auch unter Hinterzuziehung weiterer Gesprächspartner auf beiden Seiten, blieb vorerst unbekannt. Allein die Bilder bestätigten die besondere Beziehung zwischen Putin und Trump. So hatte Trump den russischen Regiergungschef in die amerikanische Staatslimousine "Biest" eingeladen, worauf Putin tatsächlich einstieg. Im Vorbeifahren war ein sichtlich gutgelaunter Putin zu sehen. Er triumphierte definitiv.

Auf seiner Reise zum Treffen in Anchorage (Alaska) hatte Putin einen Zwischenstopp im ostsibirischen Magadan eingelegt. Putin erinnerte hier an die russisch-amerikanischen Beziehungen im Zweiten Weltkrieg und lenkte den Blick auf die positiven Aspekte. Bei besserer Kenntnis der Geschichte hätte Trump den Verweis ausgerechnet auf die Stadt Magadan als Hinweis darauf, hinter die Fichte geführt zu werden, übelnehmen können. Denn im Mai 1944 geschah genau das mit US-Vicepräsident Henry Wallace bei einem Besuch in der Stadt. Der besuchte ein Lager des Gulag-Systems und kehrte allen Ernstes mit dem Eindruck in die USA zurück, Stalin beweise hier eine herausragende und begabte politische Führung. Tatsächlich waren dem Amerikaner vom sowjetischen Geheimdienst wohlorganisierte Potemkinsche Dörfer vorgeführt worden.

Putin reiste mit seiner Regierungsmaschine vom Typ IL 96 nach Anchorage, die auf Flightradar24 im Gegensatz zu einer Tupolev Tu-214 PU komplett unsichtbar blieb. Auch Trumps Präsidentenmaschine Air Force One blieb komplett unsichtbar. Auf der Air Base in Alaska waren lange rote Teppiche ausgerollt und eine Bühne aufgestellt mit sehr großen Lettern: "ALASKA 2025". Trump verließ seine Maschine zuerst, Putin begann etwas später, die Gangway hinunterzutänzeln. Trump wartete schließlich auf Putin. Im Moment des Aufeinandertreffens begrüßten sich beide Staatsmänner mit Handschlag und beinahe freundschaftlich. Auf dem Flug zum Treffen hatte Trump positiv über Putin gesprochen. Er sieht sich mit ihm auf Augenhöhe. Über die Europäer sagte der US-Präsident, dass er sich von ihnen nichts diktieren lasse. Der Präsident der Ukraine Wolodomyr Selenskyj war indes auch nach all seinem Fordern, Betteln und Flehen vom Summit in Alaska gänzlich ausgeschlossen. Trump will zum Frieden kommen und daher erst einmal mit Putin allein ausloten, was möglich ist. Für Putin ist die USA der einzig relevante Verhandlungspartner, weil sie letztlich seit 20 Jahren der Hauptakteur hinter den Kulissen in der Ukraine ist.

Fake-Maschine von Putin auf dem Weg nach Alaska, Screenshot flightradar24

Mehr als 20.000 Meter hoch stieg ein Höhenballon auf, um das Gipfeltreffen abzusichern.

Höhenballon überwacht Gipfeltreffen in Alaska, Screenshot flightradar24

Auf dem unteren Bild zu sehen sind zwei russische Maschinen, eine Maschine der US Air Force und eine Boeing 777 aus China (Screenshot flightradar24).

Hier zu sehen sind die Maschinen von Putin, dem ein Flugzeug der russischen Luftwaffe entgegenfliegt, eine Radarmaschine der US Air Force und eine Boeing 777 aus China, Screenshot flightradar24

pub. am 15.8.2025

Überraschung: Trump trifft Putin in Alaska

9. August 2025: Donald Trump und Wladimir Putin wollen sich am 15. August in Alaska treffen. Das geht aus offiziellen Erklärungen beider Seiten hervor. Die USA will mit Russland Frieden in der Ukraine aushandeln. Wolodomyr Selenskyj wird nicht dabei sein. Putin wollte ihn nicht treffen. Wozu. Die USA und ihre Verbündeten bezahlen die Rest-Ukraine, die Kriegsmaschine und den kompletten Staatsapparat. Ohne die massive Unterstützung des Westens wäre die Ukraine längst zusammengebrochen.

Am 8. August hatten Putin und Trump zum sechsten Mal seit der Wiederaufnahme der Kontakte auf Präsidenten-Ebene telefoniert. Das Telefonat soll in einer freundlichen Atmosphäre stattgefunden haben, wobei Trump das Interesse der USA unterstrich, insbesondere die wirtschaftliche Zusammenarbeit wiederherstellen zu wollen. Das Treffen soll in Anchorage, der größte Stadt Alaskas, stattfinden. Der Ort liegt malerisch in einer Bucht und vor hohen Bergen. Die Temperaturen sind gemssen an der Hitzewelle in Europa angenehm kühl. Am Freitag werden knapp über 10 Grad erwartet.

Ob es tatsächlich zum Friedensschluss kommt, ist unklar. Trump hatte bereits während seines Wahlkampfs 2024 angekündigt, den Frieden herbeizuführen. Putin hatte den Frieden nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber die seit längerem bekannten Forderungen Moskaus jedoch mehrfach wiederholt. Russland hat vier Regionen der Ukraine bereits im Herbst 2022 zu integralen Bestandteilen des russischen Staatsgebiets erklärt. Konkret geht es um die Regionen Donezk, Lughansk, Cherson und Saporischija. Lughansk ist Stand Ende Anfang August 2025 das einzige dieser Gebiete, das Russland bereits vollständig militärisch erobert hat.

Selenskyj vertritt unverändert die Position, dass die Ukraine keines seiner Gebiete freiwillige abtreten werde. Allerdings hatte er in den vergangenen Woche mehr oder weniger zugegeben, dass die Ukraine aktuell nichts an dem Faktum ändern könne, dass Russland mehr als 20 Prozent des ukrainischen Territoriums erobert hat.

Dass Trump und Putin Alaska für ihr Treffen wählten, könnte als in besonderer Weise symbolisch angesehen werden. Zunächst einmal verlässt Russland damit den bisherigen Vorzugsort für Verhandlungen, die Türkei. Außerdem befindet sich Alaska weit weg von Europa und der Ukraine, was deren Bedeutungslosigkeit für die Friedensverhandlungen unterstreicht. Hinzu kommt Alaskas Geschichte, die Russland und die USA vereint. Russland hatte 1741 die Kolonialisierung der nordamerikanischen Region begonnen und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen vorangetrieben. Wegen der extremen Ferne von Moskau war Alaska jedoch infrastrukturell sehr kompliziert für Russland und militärisch auch schwer zu verteidigen, zumal Russland schon mit Japans Flotte große Schwierigkeiten hatte. So kam es am 30. März 1867 zum Kauf Alaskas durch die USA. Für 7,2 Millionen Dollar wechselte das Land den Besitzer. Seit 1912 gehört Alaska offiziell zum Territorium der USA, seit 1959 ist es ein eigener Bundesstaat.

pub. am 9.8.2025


Israel will Gaza besetzen

7. August 2025: Die Katze ist aus dem Sack. Israel hat beschlossen, Gaza zu besetzen. Dass Israel nach Lust und Laune Territorien angreift, schleift und besetzt, auf denen Araber seit Jahrhunderten siedeln, ist seit dessen Gründung quasi Staatsräson. Nun also soll nach Monaten des Bombens und Aushungerns der Bewohner Gazas, mehrheitlich Palästinenser, die Okkupation des einst von den Vereinten Nationen ausgehandelten Palästinensergebiets erfolgen. Den Freifahrtschein für den Völkermord und Bruch des Völkerrechts hat Israel bereits vor Monaten durch US-Präsident Donald Trump bekommen, der den Gepeinigten allen Ernstes vorschlug, sich doch eine schönere Gegend zu suchen, da es dort, wo sie leben, nie Frieden geben werde.

Schuldumkehr und Zynismus sind hier einmal mehr die Instrumente des Westens, in dessen Adern noch immer das Gift kolonialen Weltmachtdenkens fließt. Dabei gibt es selbst im Westen andere Stimmen. Frankreich und Großbritannien wollen einen Palästinenserstaat anerkennen und eigentlich ist das bereits seit 1948 der Stand der Dinge. Allerdings haben die beiden ehemaligen Kolonialmächte des Nahen und mittleren Ostens das gesamte Gebiet vom Mittelmeer bis nach Indien so perfide gestückelt, dass Konflikte vorprogrammiert waren.

Auch wenn sich Deutschlands Regierung gegenüber Israel sehr zurückhält und Waffenlieferungen an einen Staat zulässt, der jeden Tag Menschen terrorisiert und ermordet, so steht zumindest auf der Seite des Auswärtigen Amtes (Außenministerium), was Common Sense ist: "Die Palästinensischen Gebiete (Ost-Jerusalem, Westjordanland und Gaza) und der Golan sind seit 1967 von Israel besetzt." Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat 2024 die Besetzung der Palästinensergebiete durch Israel entsprechend einem Rechtsgutachten als völkerrechtswidrig bezeichnet. Im selben Jahr hat das israelische Parlament jedoch die Gründung eines Palästinenserstaats abgelehnt, obgleich diese Gründung dem Mehrheitswillen der internationalen Staatengemeinschaft entspräche.

Was das israelische Besatzungsregime etwa im Westjordanland bedeutet, beschreibt Amnesty International so: "Das Westjordanland ist ein relativ kleines Gebiet (6000 Quadratkilometer), das von einem Netz von ungefähr 550 Checkpoints und militärischer Blockaden durchkreuzt wird."

pub. am 8.8.2025

US-Erpresser-Regime zieht nicht mehr

Immer mehr Staaten zeigen der USA die kalte Schulter und lassen sich vom Westen nicht mehr erpressen. Russland und China sind bei weitem nicht allein. Obgleich Indiens Beziehungen zu China sehr delikat sind und die Kontakte zu Russland bisher primär wirtschaftlicher Natur waren, so haben die jüngsten Erpressungsversuche des US-Präsidenten Donald Trump, für China und Indien die Zoll-Daumenschrauben anzuziehen, kein Einlenken sondern harten Widerstand hervorgerufen.

Indien hat den Versuch der USA, die guten Beziehungen zwischen Russland und Indiens mit einem Spaltpilz zu verseuchen, abgewehrt. Indien lässt sich mit der Drohung hoher Zölle als Strafe für seine Öl- und Waffengeschäfte mit Russland nicht erpressen und hat im Gegenzug erklärt, Rüstungsgeschäfte mit den USA auf Eis zu legen. Immer mehr Staaten verstehen, dass sie sich auf Russlands Zusagen verlassen können, während die USA nur ihren eigenen Vorteil suchen und diese Linie unter Trump noch deutlich verschärft haben.

pub. am 8.8.2025


Bilderberger beraten über totale Kontrolle

Bis zu 140 politische Entscheidungsträger und Experten aus Industrie, Finanzen, Arbeit, Wissenschaft und Medien, die in Europa oder Nordamerika beheimatet sind, treffen sich einmal im Jahr zum "Bilderberger-Treffen", um wichtige, globale Themen zu besprechen. Diese Treffen gelten einigen Beobachtern auch als heimliche Weltregierung. 2025 traf man sich vom 12. bis 15. Juni in Stockholm (Schweden).

Die Themen waren diesmal die transatlantischen Beziehungen, die Ukraine, die US-Wirtschaft, Europa, der Mittlere Osten, die Autoritäre Achse, Innovationen und Resilienz der Verteidigung, Künstliche Intelligenz, Abschreckung und nationale Sicherheit, die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen, Geopolitik der Energie und kritischer Mineralien, Entvölkerung und Migration. In den Vorjahren waren wiederholt Russland und China auf der Themenliste. Zum Lenkungsausschuss, der die inhaltliche Richtung der Treffen bestimmt, gehören auch zwei Deutsche: Mathias Döpfner vom Axel-Springer-Verlag und Christian Sewing von der Deutschen Bank AG. Zu den Teilnehmern aus Deutschland gehörten diesmal Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Gundbert Scherf vom KI-Rüstungsunternehmen Helsing GmbH, das auf seiner Internetseite erklärt, technologisch führend zu sein zu wollen, "damit demokratische Gesellschaften souveräne Entscheidungen treffen und ihre ethischen Standards kontrollieren können", und Wolfgang Schmidt, Chef des Bundeskanzleramtes unter Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz.

Benannt ist das Bilderberg-Treffen nach dem Ort des ersten Treffens, dem Hotel De Bilderberg in Oosterbeek (Niederlande).

pub. am 16.6.2025

Indien und Pakistan: Wieder Streit um Kaschmir

Alte, nie verheilte Wunden sind wieder aufgebrochen zwischen Indien und Pakistan. Im hochexplosiven Kaschmir kam es Anfang Mai 2025 zu einem Terroranschlag. Indien reagierte mit einem militärischen Vergeltungsschlag.

Das heutige Indien, Pakistan und Bangladesh waren noch Anfang des 20. Jahrhunderts Teil der "Kron-Kolonie Indien" im Englischen Weltreich. Bis zum 8. Jahrhundert war die Region des heutigen Pakistan hinduistisch und buddhistisch geprägt. Dann kamen Eroberer islamischen Glaubens. Indien blieb hinduistisch und buddhistisch und beide religiösen Strömungen stehen sich bis heute unversöhnlich gegenüber. Im Zuge der Abtrennung Pakistans von Indien 1947 kam es zu einer Massenflucht in beiden Richtungen: sieben Millionen Hindus und Sikhs verließen Pakistan, mehr als vier Millionen Muslime hinduistisch-buddhistische Indien.

Ein ewiger Zankapfel blieb Kaschmir. Kaschmir ist ein religiös-vielfältiger gärender Kessel. Drei Länder besitzen je einen Teil der explosiven Region: Indien, China und Pakistan. Wiederholt zum Krieg kam es zwischen Indien und Pakistan. Beide Länder beanspruchen Kaschmir. England hat die Kaschmirfrage 1947 bei der Teilung der alten Kolonie offen gelassen, weil die halbautonomen Fürstenstaaten selbst entscheiden sollten. Der damalige Maharatscha von Kaschmir war Hindu, sein Volk jedoch mehrheitlich muslimisch, so dass der Fürst die Entscheidung über die Zugehörigkeit zu Indien oder Pakistan hinauszögerte. Als Teile der Muslime gegen ihn rebellierten, bat der Maharatscha Indien um militärischen Beistand. Im April 1948 erklärte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, dass es über den Beitritt zu Indien oder Pakistan eine Volksabstimmung geben sollte. Diese Abstimmung fand bis heute nicht statt.

In der Folge kam es immer wieder zu Kriegen und terroristischen Aktionen zwischen Indien und Pakistan. Es gab Krieg 1947/48, 1965, 1971 und 1999. 1974 begann in der Region das Atomzeitalter: Indien zündete seine erste Atombombe. Pakistan konnte mit der Unterstützung Chinas bis 1990 nachziehen. 1998 unterstützte Nordkorea das pakistanische Atombombenprogramm mit Raketentechnik. Indien und Pakistan haben bis heute keinen der internationalen Verträge unterschrieben, welche die Verbreitung von Atomwaffen stoppen sollen.

pub. am 7.5.2025


Deutsch-russisches Verhältnis ist vergiftet

Deutschland und Russland würden von guten Beziehungen massiv profitieren. Doch vom anglo-amerikanischen Staatenblock werden derlei Annährungen massiv hintertrieben. Seit einigen Jahren wieder mit maximalem Erfolg. War das deutsch-russische Verhältnis von Willy Brandt über Helmut Schmidt und Helmut Kohl bis Gerhard Schröder sehr gut und konstruktiv, kühlte es bei Angela Merkel schrittweise ab und erreichte unter Olaf Scholz die Frostzone. Wie vergiftet das Verhältnis nicht zuletzt durch die offene Feindseligkeit von Annalena Baerbock inzwischen ist, zeigt eine Replik aus dem russischen Außenministerium von Anfang April 2025. Messerscharf schreibt die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharowa, wie tief Deutschlands Ansehen in Russland gesunken ist.

Hier sind wörtliche Auszüge aus der Einschätzung auf dem Telegram-Kanal Sacharowas: "Das deutsche Außenministerium, das immer noch von der Revanchistin und Neonazistin Annalena Baerbock geführt wird, die es immer noch wagt, im Jahr des 80. Jahrestages des Sieges den Posten der UN-Generalversammlungsvorsitzenden anzustreben, empfahl, keine offiziellen Vertreter Russlands und Weißrusslands zu Gedenkveranstaltungen anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs einzuladen." Weiter heißt es, Zitat: "Nach Informationen der Berliner Zeitung, die ein vertrauliches Dokument des deutschen Außenministeriums erhalten hat, ist es Russen und Weißrussen nicht gestattet, an den Festzeremonien teilzunehmen oder auch nur persönlich anwesend zu sein. Darüber hinaus werden sie, Achtung, zwangsausgewiesen." (Link zum erwähnte Beitrag der BZ)

Sacharowa zieht mit Blick auf das geheime Dokument einen historischen Vergleich mit Nazi-Deutschland und erwähnt dabei einen Erlass von Gestapo-Chef Reinhard Heydrich im September 1939, wie mit den Juden in Polen zu verfahren sei. Ziel war demnach die Vertreibung von Menschen auf ethnisch-nationaler Basis. Diese Praxis kehre nun offenbar zurück. Zitat: "Im Jahr des 80. Jahrestages des Sieges führen Annalena Baerbock und ihr Apparat die unmenschlichen Praktiken der Nazis fort. Sollten deutsche Sicherheitskräfte tatsächlich Russen, Weißrussen, ehemalige Sowjetbürger und so weiter wie dereinst die Juden von den zeremoniellen Veranstaltungen abschieben, kann man nur von einer Wiederbelebung des Nationalsozialismus sprechen."

pub. am 5.4.2025

Trumps Friedens-Deal liegt auf dem Tisch

Wie viele Männer Russland und die Ukraine seit Beginn des Full-Scale-Krieges im Februar 2022 verloren haben, verbergen beide Seiten hinter ihren Propaganda-Kulissen. Doch wer die Länge der Front sieht, die Dauer und Härte der Kämpfe, das von Dronen Tausenden Dronen komplett überwachte und attackierte Schlachtfeld sowie die zahlreichen grausamen Bilder und Filme, welche auf den verschiedenen Internetkanälen laufen, der kann sich ausmalen, dass es inzwischen um Hunderttausende, wenn nicht mehr als eine Millionen Tote geht und eine wahrscheinlich noch höhere Zahl an Verletzten und Verstümmelten. US-Präsident Donald Trump hat das sinnlose Sterben wiederholt thematisiert und jetzt einen Friedensplan vorgelegt, der nicht nachvollziehbaren, aber wenig hilfreichen Emotionen und gescheiterten Konventionen folgt, sondern einem Grundsatz des weltweit bekannten und geschätzten ehemaligen deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck: "Politik ist die Kunst des Möglichen."

Trump hat Russland angeboten, die Sanktionen zu lockern und die Krim als russisch anzuerkennen. Außerdem soll die Frontlinie eingefroren werden und so faktisch anerkannt, dass die von Russland eroberten Gebiete aktuell in russischer Hand sind. Trump argumentiert, die Ukraine könne diese Gebiete nicht zurückgewinnen und riskiere bei Fortsetzung der Kämpfe, komplett unter russische Kontrolle zu geraten. Wolodomyr Selenskij, Präsident der Ukraine, bleibt da, keines der von Russland annektierten Gebiete aufgeben und als russisch anerkennen zu wollen. Er verweist dabei auf die Verfassung der Ukraine. Egal - Selenskijs Tage sind gezählt und Trumps Friedensdeal ist letztlich nur das Eingeständnis, dass er mit seinem Ansinnen, Russland mit Hilfe der Ukraine in die Knie zu zwingen, gescheitert ist. Vergleiche dazu ein Statement von Scott Ritter.

Auf seinem Social-Media-Kanal "Truth" verdeutlichte Trump am 23. April 2025 seine Position: "Ukrainian President, Volodymyr Zelenskyy, is boasting on the front page of The Wall Street Journal that, “Ukraine will not legally recognize the occupation of Crimea. There’s nothing to talk about here.” This statement is very harmful to the Peace Negotiations with Russia in that Crimea was lost years ago under the auspices of President Barack Hussein Obama, and is not even a point of discussion. Nobody is asking Zelenskyy to recognize Crimea as Russian Territory but, if he wants Crimea, why didn’t they fight for it eleven years ago when it was handed over to Russia without a shot being fired? The area also houses, for many years before “the Obama handover,” major Russian submarine bases. It’s inflammatory statements like Zelenskyy’s that makes it so difficult to settle this War. He has nothing to boast about! The situation for Ukraine is dire — He can have Peace or, he can fight for another three years before losing the whole Country. I have nothing to do with Russia, but have much to do with wanting to save, on average, five thousand Russian and Ukrainian soldiers a week, who are dying for no reason whatsoever. The statement made by Zelenskyy today will do nothing but prolong the “killing field,” and nobody wants that! We are very close to a Deal, but the man with “no cards to play” should now, finally, GET IT DONE. I look forward to being able to help Ukraine, and Russia, get out of this Complete and Total MESS, that would have never started if I were President!"

Hintergrund Der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck sprach am 11. August 1867 mit Friedrich Meyer von Waldeck, Redakteur der St. Petersburger Zeitung.

pub. am 25.4.2025


Zoll-Hammer - Destruktion der Weltwirtschaft

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Donald Trump hat faktisch der ganzen Welt die US-Zoll-Keule übergezogen. Er meint, so das Außenhandelsdefizit der USA ausgleichen und sein Land reich machen zu können. Tatsächlich aber werden die teils drastischen Aufschläge als Handelskriegserklärung verstanden. Quasi ad-hoc zeigte sich diese Einschätzung an den Börsen. Alle wichtigen Indizes brachen deutlich ein. Trumps "Liberation Day" erweist sich zumindest zum Zeitpunkt der Overtüre als Desaster.

China, die Europäische Union und Kanada haben bereits Gegenmaßnahmen angekündigt und sind wegen der fortwährenden Ankündigung, dass die USA drastische Zölle einzuführen gedenken, bereits auf den Gegenschlag vorbereitet. Trump hat nun allerdings reziproke Zölle eingeführt, womit er mögliche Reaktionen bereits eingepreist hat. Ob das alles wirklich so klug ist, wird sich zeigen. Es ist jedoch definitiv Konfrontation statt Kooperation und derlei Konzepte sind früher oder später immer gescheitert.

Aktualisierung am 25.4.2025: Der Zoll-Hammer hat die Börsen in massive Turbulenzen gebracht und deutliche Abstürze an den Märkten bewirkt. Trump hat seinen Kurs inzwischen korrigiert nach Druck aus der von den Folgen ebenso betroffenen US-Wirtschaft und der US-Zentralbank. Da die Zoll-Thematik aber nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist, haben sich die Aktienkurse teilweise erholt, doch die Verunsicherung ist weiter groß und die Verluste sind nach wie vor deutlich größer als die Gewinne.

pub. am 3.4.2025

Verbaerbockt - Supergau bei der UNO

Geschönter Lebenslauf, globale Moralapostelei, quergequirlter Wortsalat, feministisches Dampfgewalze, karrieregeiles Kollegenausbooten. Nach dem Ende ihres desaströsen Außenministerdaseins in der Chaos-Ampel-Regierung hatten viele erleichtert aufgeatmet und gehofft, dass Annalena Baerbock auf Nimmerwiedersehen verschwinden und sich ihren Kindern und dem Trampolinspringen widmen würde. Doch baerbocksche Erzählungen nach dem Bundeswahldebakel 2025, wonach sie sich vorerst etwas zurückziehen wolle, weil ihr Privatleben gelitten habe, weckten falsche Hoffnungen. Tatsächlich fühlte sich die "Dame" zu Höherem berufen und ging für ein Pöstchen bei der UNO über Leichen.

Dafür musste eine Frau mit höchsten Diplomaten-Format weichen für eine Parteienklüngel-Rochade zugunsten einer Frau, der Diplomatie fremd ist. Schlimmer noch: etliche UNO-Mitglieder fühlen sich vor den Kopf gestoßen, weil sie mit der eigentlich nominierten Helga Schmid bereits gesprochen hatten. Der Diplomar außer Dienst Christoph Heusgen, entsprechend seiner Vita bestens mit der UNO vertraut, sieht in dieser Entscheidung eine "Unverschämtheit" und zitiert UNO-Kollegen, die ein solches Vorgehen nur von autoritären Staaten erwarteten.

Der Tagesspiegel berichtete über den Unmut und fragte seine Leser. Stand am Abend des 28. März 2025 lagen mehr als 5000 Stimmen vor, wobei mehr als 60 Prozent Baerbock bei der UNO als sehr negativ sehen und 7.6 Prozent eher negativ. Dem gegenüber betrachteten rund 20 Prozent Baerbock als eine gute Wahl.

pub. am 28.3.2025


USA demonstrieren in der UNO 180 Grad-Wende

Unter Joe Biden schickten die USA immer neue Geld- und Waffenpakete in die Ukraine. Das Credo war: Die Ukraine muss Russland niederringen. Tatsächlich bekam das Land nie die Waffen in Qualität und Zahl, um Russland tatsächlich zu besiegen. Aber jetzt hat Donald Trump den Geldhahn zugedreht und die verbale Konfrontation mit Russland beendet. Auch bei der UNO. Dort unterzeichneten die USA erstmals nicht das Papier zur Verurteilung des russischen Angriffskriegs.

In der UN-Vollversammlung am 24. Februar 2025 stimmte eine zahlenmäßige Mehrheit erneut gegen Russland und verurteilte das Land als Aggressor gegen die Ukraine. Eine entsprechende Erklärung von die Zustimmung von insgesamt 93 von 176 Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Österreich, Schweiz, Spanien, Türkei. Aber folgende Länder haben dagegen gestimmt: Weißrussland, Burkina Faso, Burundi, Central Africa, DR Kongo, Äquatorial Africa, Eritrea, Israel, Mali, Marschall-Inseln, Nikaragua, Niger, Palau, Russland, Sudan, USA. Unter anderem diese Länder haben sich der Stimme enthalten: Armenien, Brasilien, China, Kuba, Indien, Iran, Kasachstan, Katar, Mongolei, Namibia, Südafrika, VAE, Vietnam.

Die USA setzten dem eine eigene Erklärung mit dem Titel "The Path to Peace" entgegen. Wörtlich und im Original: "The General Assembly, Mourning the tragic loss of life throughout the Russian Federation-Ukraine conflict, Reiterating that the principal purpose of the United Nations, as expressed in the Charter of the United Nations, is to maintain international peace and security and to peacefully settle disputes, Implores a swift end to the conflict and further urges a lasting peace between Ukraine and the Russian Federation."

pub. am 28.2.2025

Großmächte dealen um Rohstoffe der Ukraine

Freiheit und Demokratie würden in der Ukraine verteidigt, indem man das Land jahrelang mit Waffen versorgt, um Russland zu besiegen. Das ist die Mär aus der deutschen Politik- und Medienlandschaft, die den Menschen im Land Tag für Tag in die Hirne gehämmert wird. Die vermeintlich gute Menschen und Weltenretter verbergen hinter ihrem leichtfertigen Spiel mit dem Tod Hundertausender, die nicht die ihren sind, ihre eigentlich Absichten. Ukrainische Rohstoffe für ihre Zwecke sichern und abbauen.

Russland hat diese Absichten gründlich vermasselt, weil einige der Rohstoffclaims nach den blutigen Kämpfen seit Februar 2022 in russischer Hand sind. Während die Verantwortlichen in den europäischen Hauptstädte laut lamentieren über Donald Trump und den von ihm erpressten Rohstoffdeal in der Ukraine, sehen sie ihre eigenen Felle davonschwimmen. Dabei schien am 15. Juni 2021 alles klar. Es war der Tag, an dem die Europäische Union und die Ukraine ihre "strategische Partnerschaft für Rohstoffe und Batterien" unterzeichneten. Mit dem Deal beabsichtigte die EU, ihren Green Deal, also die politisch gewollte Transformation in eine ökologische Gesellschaft, abzusichern.

Rohstoffdeal mit der Europäischen Union

pub. am 9.3.2025


Eskalationsspirale dreht sich immer schneller

Ost und West sprechen nicht dieselbe Sprache. Das mündet gerade Ende November 2024 in eine gefährliche Eskalationsspirale, die sich immer schneller dreht. Russland erklärt, alle Aktionen des Westens gegen Russland spiegeln zu wollen und signalisiert mit dem Ziel der Abschreckung immer schon vorab, wie die nächste Reaktion aussehen würde. Der Westen in seiner Urangst vor der Größe und Ausdehnung des russischen Bären interpretiert wiederum jede dieser Ankündigungen als Bedrohung, rüstet immer weiter auf und wird immer angriffslustiger.

Der Westen arbeitet dabei mit zwei uralten Prinzipien: Divide et impera (teile und herrsche) und Salami-Taktik. Der Westen versucht, Zwietracht insbesondere zwischen Russland und China zu säen und lässt der Ukraine salamischeibchenweise immer mehr Spielraum bei der Wahl der Mittel, wobei sich England und Frankreich auch ein direktes Eingreifen mit eigenen Soldaten lautstark vorstellen. Nachdem Russland mit seiner Mittelstreckenrakete Oreschnik in Dneprpetrowsk demonstriert hat, wie das Überschreiten der roten Linie konkret aussieht, hat sich die westliche Rhetorik dahingehend verschärft, dass nichts mehr ausgeschlossen wird. Alle westlichen Attacken werden vom Regime in Kiew mit Erklärungen verstärkt, wonach Russland den ganzen Westen bedrohe und der viel diskutierte und gefürchtete Dritte Weltkrieg bereits im Gange sei.

Die Mehrheit der Menschen in der Ukraine und in vielen anderen europäischen Staaten ist kriegsmüde und wünscht Friedensverhandlungen. Die Wahl des US-Präsidenten Donald Trump hat dabei die Hoffnungen genährt, dass es zu diesen Friedensverhandlungen bald kommen könnte. Doch genau in dieses vermeintliche Finale hinein haben die Kriegspropagandisten ihre Aktivitäten dahingehend verstärkt, Russland doch noch in die Knie zwingen zu wollen. Dass der Westen mit derlei Absichten und ganz ähnlich klingender Rhetorik im 19. und 20. Jahrhundert wiederholt an Niederringung Russlands gescheitert ist, wird dabei ausgeblendet. Jedenfalls erklärte Jean-Noël Barrot, Außenminister Frankreichs, gegenüber dem englischen Staatssender BBC, dass es bei der Unterstützung der Ukraine keine "roten Linien" gebe. Frankreich und England erwägen die Entsendung von Truppen.

Rückblick in die Geschichte: 1812 gingen Hunderttausende Franzosen in Wassermassen, klirrender Kälte und angesichts des unbändigen Kampfwillens der Russen elendig zugrunde bei dem Versuch, Russland niederzuringen. 1854 erklärten Frankreich und England Russland einen Krieg, der bis 1856 dauern sollte. Von 1918 bis 1920 kämpften England, Frankreich, USA, Japan, Italien und fünf weitere Staaten erfolglos gegen den noch jungfräulichen Sowjetkommunismus, der den russischen Zaren gestürzt hatte und sich nun mit eiserner Faust um Konsolidierung in einer Sowjet-Union bemühte. Von 1914 bis 1944 kämpfte Hitler-Deutschland mit militärischer Unterstützung aus Italien, Ungarn, Rumänien, Finnland und Slowakei gegen Sowjetrussland, um am Ende kläglich zu scheitern. Der Ost-West-Konflikt ist also nicht neu und auch die Konstellationen scheinen sich zu wiederholen.

pub. am 25.11.2024

Islamisten kontrollieren Syrien, Assad geflohen

In den frühen Morgenstunden des 8. Dezembers 2024 haben Islamisten die Macht in der syrischen Hauptstadt Damaskus übernommen. Staatspräsident Baschar al-Assad war 13 Bürgerkriegsjahre lang die Kulisse für geopolitische Machtspiele. Doch jetzt ist das Spiel aus. Im Gegensatz zum blutigen Ende von Saddam Hussein (Irak, 2006) und Muammar al-Gaddafi (Libyen, 2011) gelang dem langjährigen Diktator die Flucht nach Russland. Eine herbe Niederlage für Russland und den Iran, welche die USA und die Ukraine als Drahtzieher hinter dem Handstreich sehen.

Vier Jahre dümpelte ein nie wirklich beendeter Krieg zwischen verschiedenen politisch-religiösen Gruppen und unter Beteiligung der Großmächte USA, Russland, Iran, Türkei und Israel vor sich hin, aber dann sind, scheinbar plötzlich und unerwartet, doch bei Lichte betrachtet lange vorbereitet und folgerichtig, radikale Gegner von Staatschef Assad im Stile eines Blitzkriegs zur Hauptstadt Damaskus gezogen und haben auf dem Weg dorthin Aleppo, Hama und Homs eingenommen. Überall trafen sie auf wenig Widerstand. Assads Regierungstruppen zogen sich zurück, flohen oder liefen über. Allein Russland hatte mit massiven Luftangriffe versucht, die Revolte aufzuhalten. Vergebens. Auch russisches Militärgerät geriet in die Hände der Aufständischen.

Für Russland blieb zunächst unklar, was mit dem russischen Marine-Stützpunkt in Tartus und mit der russischen Luftbasis in passiert. Derweil nutzten die USA und Israel die Zeit des Machtwechsels und die vorübergehende besondere Schwäche Syriens, um eigene militärische Ziele zu verfolgen. Die USA griffen mehr als 75 Ziele an, um Kämpfer des Islamischen Staates daran zu hindern, die Situation in Syrien für sich auszunutzen, teilte das U.S. Central Command mit. Israel zerstörte nach eigenen Angaben im syrischen Mittelmeerhafen Latakia etliche Schiffe und marschierte in Teile Syriens ein, angeblich auch, um mögliche Gefahren von Israel abzuwenden. Gleichzeitig rühmte sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der Killer von Gaza, dass Israel den Sturz Assads eingeleitet habe.

Die neuen Herren Syriens kommen aus dem 2017 gegründeten islamistischen Bündnis Hayat Tahrir al-Scham (HTS), zu deutsch "Komitee zur Befreiung des Morgenlandes". Das Sammelbecken für Terroristen und Dschihadisten ist in direkter Linie mit al-Qaida und Daesch (im Westen als der "Islamische Staat" bekannt) verbunden. Hinter dem Schleier der Bekämpfung Assads als angeblich einziges Ziel soll das HTS bereits vor längerer Zeit Kontakt zu den USA aufgenommen haben. Doch das faktische neue Staatsoberhaupt von Syrien ist seit 8. Dezember 2024 Abu Mohammad al-Julani, ein gesuchter Terrorist, auf dessen Kopf die USA im Jahr 2013 immerhin 10 Millionen US-Dollar ausgesetzt hatten.

Wie geht es nun weiter mit Syrien? Syrien könnte noch mehr zerfallen, weil etwa große Teile im Osten des Landes von Kurden besetzt sind und weitere Gruppierungen Machtansprüche haben. Syriens Bevölkerung freilich hofft, dass der Frieden endlich in ihr Land zurückkehrt. Ob das so sein wird, ist völlig unklar. Unter Assad erlebten sie bis zum Kriegsbeginn 2011 einen zweischneidigen Frieden: Liberalität in religiösen Angelegenheiten, Repression und Terror in Hinblick auf die Politik. Baschar al-Assad war im Juli 2000 durch ein Volksreferendum an die Macht gekommen, bei dem er offiziell 97,3 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Derweil werden in der EU Stimmen laut, möglichst viele Syrer nun zurück in ihr Heimatland zu schicken. Österreich arbeitet bereits an konkreten Plänen. In Deutschland hieß, das man die weitere Entwicklung abwarten müsse. Die Lage sei aktuell zu volatil, um auf Rückkehr zu spekulieren, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Auslöser für die Rückkehrforderungen aus den Reihen von CDU und AfD waren die zahlreichen Jubelfeiern syrischer Flüchtlinge quer durch Deutschland.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen im Bürgerkrieg von 2011 bis 2024 rund 560.000 Menschen ums Leben. Das UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sprach im Dezember 2024 von rund fünf Millionen geflüchteten Syrern außerhalb Syriens. In Deutschland wurden zuletzt rund 759.000 syrische Flüchtlinge gezählt. In der Türkei hielten sich 3,1 Millionen Personen auf, im Libanon 738.000, in Jordanien 631.000.

kurzer Zusammenschnitt der radikalen Wende in Syrien

Live-Karte des Krieges in Syrien

Aljazeera über die Lage in Syrien

pub. am 10.12.2024


BRICS - das neue Imperium erwacht

BRICS ist eine "östliche" Wirtschaftsvereinigung überwiegend schnell wachsender Volkswirtschaften unter Führung Chinas. BRICS ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der ersten fünf Mitgliedsstaaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Ziel: Eine starke Alternative zum westlichen System G7 unter Führung der USA zu sein. Seit der Gründung sind immer mehr Länder zu BRICS gestoßen: Iran, Saudi-Arabien, VAE, Ägypten, Äthiopien. Inzwischen haben weitere Staaten den Wunsch signalisiert, in die Gruppe aufgenommen zu werden: Türkei, Malaysia und Thailand.

2020 lag das BIP der BRICS-Staaten erstmals über dem der G7-Staaten. Die BRICS-Staaten arbeiten an einer eigenen Währung, um unabhängig vom Dollar zu sein. Die BRICS-Staaten repräsentierten im Sommer 2024 rund 45 Prozent der Weltbevölkerung (G7 10 Prozent) und 35 Prozent des weltweiten BIPs (G7 30 Prozent). Die Global Investment Research Division der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs hat in einem Bericht von 2001 den Aufstieg von Brasilien, Russland, Indien und China vorhergesagt, das Acronym BRIC geprägt und prognostiziert, dass diese "Schwellenländer" bis zum Jahr 2039 die größten westlichen Volkswirtschaften überholen könnten.

Vom 22. bis 24. Oktober 2024 trafen sich die Regierungschefs der BRICS-Staaten in Kasan (Russland). Zu den Themen gehörte auch das schon länger diskutierte neue Währungssystem, das unabhängig vom Dollar existieren soll. Es geht um ein blockchain-basiertes Zahlungssystem, für das inzwischen dem Vernehmen nach 159 Staaten Interesse bekundet haben. Auch ohne das neue System werden inzwischen vor allem Öl und Gas immer öfter in anderen Währungen als in Dollar gehandelt. Da die ökonomische, politische und militärische Stärke der USA und ihrer Verbündeten ganz erheblich auf den Dollar gestützt ist, der quasi den gesamten Welthandel dominiert, kann ein konkurrierendes Währungssystem, noch dazu mit wirtschaftlich derart kompetenten Staaten, das westliche Wirtschaftssystem in eine erhebliche Schieflage bringen.

Längst geht das Gespenst von der Entdollarisierung in den Berichten westlicher Wirtschaftsredaktionen um. Wie die USA und ihre Freunde reagieren wollen, ist dort auch zu lesen. Strafzölle sollen den besonders die Schwämme chinesischer Produkte eindämmen. Doch die neue, östliche Welt ist inzwischen so groß, dass der Schuss nach hinten losgehen könnte. Schließlich ist es auch Russland unter dem Einfluss der brutalsten Wirtschaftssanktionen der Weltgeschichte und eines lang anhaltenden, immens teuren Krieges gelungen, Märkte und Wirtschaft neu zu organisieren, alle Barrikaden zu umgehen und am Ende sogar wirtschaftlich gestärkt aus dem Szenario eines totalen Wirtschaftskriegs hervorzugehen.

Für Wellen in westlichen Medien und Politikerkreisen sowie in Kiew sorgte indes auch, dass UNO-Generalsekretär Antonio Guterres am BRICS-Gipfel in Russland teilnahm. Die Ukraine reagierte verärgert, auch weil Guterres am "Friedensgipfel" in der Schweiz, einem Treffen der Ukraine und ihrer Sponsoren, nicht teilgenommen hatte. Der Sprecher des UN-Chefs erwiderte, dass die Teilnahme an Gipfeltreffen bedeutender Organisationen eine Standardpraxis für den UN-Generalsekretär sei. BRICS repräsentiere die Hälfte der Weltbevölkerung.

An BRICS kommt nach dem Gipfel in Kasan niemand mehr vorbei und die Organisation ist weiter gewachsen. 13 Länder sind in der Hauptstadt Tatarstans mit dem Status "BRICS-Partnerland" in die Vorstufe zur Vollmitgliedschaft eingetreten. Als da wären Algerien, Bolivien, Indonesien, Kasachstan, Kuba, Malaysia, Nigeria, Thailand, die Türkei, Uganda, Usbekistan, Vietnam und Weißrussland.

BRICS-Treffen Kazan

pub. September 2024, später aktualisiert

BRICS in Kasan Russland im Oktober 2024, Foto: Sergey Bobylev
Oktober 2024: Russlands Präsident Wladimir Putin beim Händeschütteln mit Chinas Regierungschef Xi Jinping in Kasan beim 16. BRICS-Gipfel 2024 / Foto: Sergey Bobylev / Source: Photohost agency brics-russia2024.ru

Grönland will die Unabhängigkeit

Grönland ist die größte Insel der Welt. Obwohl es sich dem Namen nach um grünes Land handelt, ist Grönland fast komplett von einem dicken Eispanzer bedeckt. Die Urbewohner der Insel, die Inuit, sind der Welt als Eskimo bekannt. Die Wikinger entdeckten einst das für sie ferne Land. Ihre Nachfahren, die Dänen, Dänemark und Norwegen nahmen 1721 gemeinsam die Kolonialisierung Grönlands vor. Seit 1814 ist die Insel Teil des Königreichs Dänemark. 1979 bekam Grönland den Status der Autonomie innerhalb Dänemarks, doch der Wunsch nach Unabhängigkeit wuchs unter den Inselbewohnern immer weiter.

Zuletzt ist das sonst nur für Forscher und Gletschertouristen interessante Land in den Fokus der internationalen Politik gerückt. Grund dafür waren Äußerungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump, der Grönland in den Besitz der USA bringen will, weil das absolut notwendig sei. Schon während seiner ersten Präsidentschaft hatte Trump die Insel kaufen wollen, doch Dänemark lehnte ab und auch die Inselbewohner wollen nicht. Dänemarks König hat stattdessen einen Eisbär in sein Wappen aufgenommen, um seinen Anspruch zu verdeutlichen, während die Grönländer auch das als übergriffig empfinden.

Grönland hat eine Fläche von mehr als 2,2 Millionen Quadratkilometer. Die Gletscher auf der Insel sind bis zu 3,2 Kilometer mächtig. Auf ihrer Oberfläche kann es bis zu minus 70 Grad Celsius werden. Rund 56.000 Menschen besiedeln die schmalen Küstenstreifen. Rund 20.000 Menschen wohnen in der Hauptstadt Nuuk, in deren Hintergrund der 1210 Meter hohe Berg Sermitsiaq aufragt.

pub. am 7.1.2025


Blackrock - so mächtig wie ein Staat

Vielen ist der Name Blackrock unbekannt, doch den größten Vermögensverwalter der Welt sollte jeder kennen. Denn wen die Antwort auf die Frage interessiert, wer die wirklich Mächtigen in dieser Welt sind, sollte nicht nur auf Elon Musk, Bill Gates oder Warren Buffet schauen. Gegen Blackrock sind sogar die genannten Milliardäre kleine Fische. Anfang September 2024 verwaltete Blackrock Vermögenswerte in einer Gesamthöhe von 10,6 Billionen US-Dollar. Zum Vergeich: Der Haushalt 2024 der Bundesrepublik Deutschland enthielt 476,8 Milliarden Euro, zu dem Zeitpunkt umgerechnet 529,248 Milliarden US-Dollar. „Wer so viel Geld bewegt, hat Einfluss auf Firmen, Politiker und ganze Länder“, fasste eine Doku auf ARTE 2019 zusammen. Wegen des Einflusses und der mangelhaften Kontrolle gilt Blackrock auch als "Schattenbank".

1988 ist das Gründungsjahr von Blackrock (zu deutsch: schwarzer Felsen). Der Vorstandsvorsitzende von Blackrock heißt seit 1998 Larry Fink. Fink ist Betriebswirt und Politologe. Seit 2014 gilt er als „der mächtigste Mann der Wallstreet“, also dem Finanzzentrum der westlichen Welt mit der New Yorker Börse (Dow Jones Index). Politisch unterstützt Fink traditionell die Demokraten. Blackrock macht weltweit Geschäfte. In Deutschland hält das Unternehmen an allen 40 Unternehmen des Deutschen Aktienindex' (DAX) zwischen 1 und 9 Prozent der Anteile. Bei sieben Unternehmen war Blackrock Ende 2024 der größte Aktionär. Das galt für Bayer, BASF, Allianz, Merck, Münchner Rück, E.ON und ProSieben. Bei der Deutschen Börse hielten die US-Amerikaner zum genannten Zeitpunkt 22,6 Prozent der Anteile.

Derweil reicht der lange Arm von Blackrock bis in die deutsche Spitzenpolitik. So war Friedrich Merz, der Bundeskanzler-Kandidat der CDU für die vorgezogene Bundestagswahl am 23. März 2025, von 2016 bis 2020 Aufsichtsratschef des Deutschland-Ablegers von Blackrock. Das Hauptbetätigungsfeld von Merz bei Blackrock: Lobbyismus.

Groß im Geschäft ist Blackrock auch in der Ukraine. Der Finanzgigant spekuliert auf ein gewaltiges Investitionsprogramm zum Wiederaufbau der Ukraine. Es geht um Milliardensummen. Aber auch am Krieg verdient Blackrock jeden Tag, den er andauert. Das geht unter anderem aus einem Vortrag von Robert F. Kennedy Junior hervor. Er nennt darin zunächst die Rüstungsfirmen Boeing, Northrop Grumman, Raytheon, General Dynamics und Lookheed Martin, die vom Krieg in der Ukraine massiv profitieren. Auch das gigantische Geschäft des Wiederaufbaus in der Ukraine sei bei diversen US-amerikanischen Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 113 Milliarden US-Dollar fest eingepreist. Kennedy erklärt, dass hinter allen genannten Firmen und Projekten immer wieder ein Name auftauche - Blackrock. Dasselbe gelte für die Aneignung der fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen in der Ukraine durch Firmen wie Dupont, Cargill und Monsanto.

Derweil gibt es noch zwei Giganten, die sich mit Blackrock den Markt aufteilen. Die Rede ist von Vanguard und Statestreet. Vanguard, gegründet 1975, war Ende 2024 in der Vermögensverwalterwelt die Nummer 2 nach Blackrock, bewegte auch Billionen und hielt auch erhebliche Anteile an Blackrock. Die State Streets Cooperation existiert seit 1792. Seit 1970 ist der Finanzdienstleister auch in München präsent. Zwischenzeitlich sind noch die Standorte Frankfurt am Main und Leipzig dazugekommen. Vanguard, State Street und BlackRock beherrschen zusammengenommen drei Viertel des ETF-Weltmarktes.

zuletzt bearbeitet am 22.2.2025

Corona-Regime – die Wahrheit kommt ans Licht

Schulen, Kulturstätten und Gotteshäuser geschlossen, alte Menschen und Sterbende isoliert, Ausgangssperren verhängt, Kindern wegen des Umgangs mit ihren Großeltern Schuldkomplexe gemacht, Manipulation wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Zwecke politischer Machtausübung, Missbrauch von Steuergeldern, Impfzwang durch Androhung des Arbeitsplatzverlustes, Stigmatisierung freiheitsliebender Andersdenkener, gesellschaftliche Ächtung und Isolation, wichtige Bestandteile des Grundgesetzes und demokratischer Prinzipien ausgehebelt – die Jahre 2020 bis 2023 haben gezeigt, wie leicht und schnell eine Demokratie in eine Diktatur kippen kann und wie Böses durch vermeintlich Gutes entsteht.

Das Leaken der RKI-Protokolle im Juli 2024 durch die Journalistin Aya Velázquez hat in Deutschland die Mauer des Todschweigens und Kleinredens über das Corona-Regime endlich durchbrochen. Inzwischen rauscht der skandalöse Umgang der Politik mit Covid-19 (Corona) selbst durch weite Teile der sonst eher angepassten Presse. Doch wer gehofft hat, dass Politiker wie Karl Lauterbach und Jens Spahn nun endlich vor Gericht kommen oder selbst entsprechende Konsequenzen ziehen, wurde noch im August 2024 enttäuscht. Nichts, im Gegenteil. Es bleibt bei der Rechthaberei und Geschwafel von oben herab. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen darf munter weitermachen, obgleich ihr Impfstoff-Deal mit Pfizer inzwischen zu den öffentlich bekannten Skandalen der Corona-Zeit zählt.

Die Übergriffigkeit des Staates war zu heftig, als dass sie vergessen werden kann. Großes Unrecht ist geschehen. Beispiel: 1500 Euro kostet die Beamtenbeleidigung "Idiot", Saskia Esken (SPD-Bundestagsabgeordnete) kam im Jahr 2020 gleichwohl mit der Diffamierung "Covidioten" für nicht linientreue Bürger straffrei davon. Mehr als 20.000 Menschen hatten am 1. August 2020 in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Es war ein Auftakt zu weiterem Widerstand, auch gegen die zahlreichen Verstöße gegen die Grundrechte des Grundgesetzes: Verstöße gegen Menschenwürde (Artikel 1), persönliche Freiheit (2), Gleichheit vor dem Gesetz (3), Freiheit der Meinung (5), Schutz von Familien und Kindern (6), Versammlungsfreiheit (8), Freizügigkeit (11) und Berufsfreiheit (12).

Die Sprache der Vertreter des Corona-Regimes war diskriminierend, aufhetzend, verletztend, erniedrigend, totalitär. Sie bezeichneten kritisch eingestellte Menschen, die Freiheit und Demokratie verteidigten, als Corona-Leugner und missbrauchten dabei ganz bewusst die Analogie zum Holocaust-Leugner. Das funktionierte, denn eine Formel verfestigte sich: Die Kritiker des Corona-Regimes leugnen Corona und wer Corona leugnet, ist ein Nazi.

Zu den Schuldigen der Klimavergiftung während der Corona-Zeit gehören neben Politikern und Funktionären auch viele Medien, die statt die Mächtigen zu kontrollieren und ihre Thesen und Parolen kritisch zu hinterfragen, sich als Gedankenpolizei gerierten und jeden, der dem Corona-Regime nicht jubelnd hinterhermaschierte oder gar die Regierungspropaganda anzweifelte, mit dem Tötungspotenzial schwerer Wortgeschütze niedermetzelten.

Die Zeiten haben sich geändert. Der Wind hat sich gedreht. Inzwischen sagt etwa ein Hendrik Streeck, dass die Behauptung, eine Impfung würde eine höhere Immunität bewirken als eine Infektion, fachlich falsch ist. Und tatsächlich wurde noch viel mehr versprochen, beispielsweise dass die Impfung auch Fremde (Ungeimpfte) schützen würde, was nie zuvor von Impfungen erwartet oder behauptet wurde. Auch der Krankenhaus-Notstand aufgrund von Covid-19 war eine Lüge. Die von Lauterbach im August 2021 aufgestellte Behauptung, die Corona-Impfung sei nebenwirkungsfrei, ist widerlegt. Stand erstes Halbjahr 2024 gibt es 467 behördlich anerkannte Impfschäden trotz aller Vehemenz beim Bestreiten und 11.827 Anträge auf Entschädigung.

Die Rufe nach Aufarbeitung der Corona-Zeit verstummen nicht. Im Gegenteil - sie werden immer lauter. Inzwischen beteiligen sich auch einige Mainstream-Medien daran, so die "Berliner Zeitung", "Die Welt" und die "Junge Welt". So enthüllte "Die Welt" Ende August 2024, dass das Bundeskanzleramt die Stellungnahmen des Corona-Expertenrates offenbar an die eigene politische Agenda anpasste. Die "Junge Welt" berichtete zur gleichen Zeit darüber, dass der Verfassungsschutz während der Corona-Zeit bis zu 1600 Personen in seine Beobachtungskartei aufnahm; Vorwurf: "Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates" (Link zur entsprechenden Seite des Verfassungsschutzes). Der neue Phänomenbereich wurde im April 2021 als Reaktion auf die massive, bundesweite Protestbewegung gegen das Corona-Regime eingeführt. Im Fokus stand insbesondere die Bewegung "Querdenken", wobei Querdenken 711 aus Stuttgart um den Software-Entwickler Michael Ballweg bundesweite Bekanntheit erlangte.

Am 3. September 2024 hat das Verwaltungsgericht Osnabrück den Betretungsverbotsfall einer Pflegehelferin, die sich dem Impfdruck während des Corona-Regimes nicht beugen wollte, an das Bundesverfassungsgericht verwiesen, weil die geleakten RKI-Protokolle den Verdacht nährten, dass das 2022 zugrundegelegte Infektionsschutzgesetz verfassungswidrig war. Aussagen von RKI-Präsident Lars Schaade vor Gericht haben die Verwaltungsrichter in dieser Annahme offenbar bestärkt.

Aufhorchen lässt ein Artikel im Bayerischen Ärzteblatt vom 4. September 2024 unter der Überschrift "Post-Vac-Syndrom – langfristig krank nach COVID-19-Impfung", weil dort Fachleute bestätigen, was die Multiplikatoren des Corona-Impfregimes vehement bestritten haben: 1. Impfungen gegen Covid-19 können Langzeitschäden verursachen und 2. solche Fälle sind eben nicht so selten. Von europaweit 424.177 Fällen von Fatigue nach Impfung ist die Rede. Demgegenüber schreibt die inzwischen zu 75 bis 80 Prozent unter anderem von der Melinda & Bill Gates Stiftung finanzierte Weltgesundheitsorganisation WHO, dass in Europa durch die Impfungen mindestens 1,4 Millionen Menschenleben gerettet worden seien.

Gegen den Irrsinn des Corona-Regimes stellten sich Menschen aus den verschiedensten Bereichen. Ein prominentes Beispiel ist der Chef des Unternehmens Jenatec Industriemontagen in Jena, Peter Schmidt. Er hat die Online-Plattform "Unternehmer mit Herz" angeschoben und seinen Mitarbeitern per Rundschreiben zugesichert, dass er ihre Freiheit verteidigt gegen den Impfzwang, indem er ihnen in Fall einer Quarantäne die Lohnfortzahlung zusicherte. Das Corona-Regime hatte für die inzwischen von Politik und Medien massiv diskriminierten Ungeimpften die Daumenschrauben immer weiter angezogen und nach der gesellschaftlichen Ächtung und Ausgrenzung Wege der finanziellen Erpressung beschlossen.

Während des Corona-Regimes haben viele Menschen in Deutschland ihren Glauben an Staat und Gesellschaft verloren und sie haben gesehen, wie schnell eine Demokratie in eine Diktatur kippen kann. Das Regime hat die Gesellschaft tief gespalten.

Interview von Marc Friedrich mit Aya Velázquez

Aufarbeitung tut Not

kritische Stimmen zum Corona-Regime

Nürnberger Kodex

Selbsthilfe-Organisation für Impfgeschädigte

pub. am 23.8.2024, spätere Aktualisierungen und Ergänzungen


Angst vor dem Atomkrieg

Am 24. Februar 2022 haben sich Russland und die Ukraine in einen offenen Krieg miteinander begeben, nachdem der Konflikt bereits seit Anfang 2014 schwelte. Russlands Idee vom schnellen Systemchange in Kiew scheiterte im April 2022. Die Regierung unter Wolodomyr Selenskij wollte nicht aufgeben und hat schließlich die volle finanzielle, logistische, geheimdienstliche und militärische Unterstützung der NATO-Staaten bekommen. Hunderttausende Soldaten getötet oder verwundet, Milliardensummen verbrannt, unvorstellbare Mengen an Militärgerät zerstört, ganze Landstriche vermint oder verwüstet, Drohnen- und Propagandakrieg – das war der Stand Mitte Februar 2025.

Keine Seite wollte zurückstecken und beide Seiten formulierten unversöhnliche Maximalziele: Die Ukraine wollte alle, teilweise schon seit 2014 verlorenen Gebiete zurückerobern, Russland wollte die Krim behalten und betrachtete auch die vier ukrainischen Territorien Donezk, Lughansk, Cherson und Saporoschje als integralen Bestandteil seines Staatsgebietes. Der Krieg eskalierte immer weiter, so dass sogar von der Gefahr eines Dritten Weltkrieges die Rede war und sich bei der Frage mit oder gegen Russland wie zu Zeiten des Kalten Krieges ein West-Block und ein Ost-Block bildeten. Die Verwendung von Atomwaffen wurde offen diskutiert und als Druckmittel eingesetzt.

Die Aussage zum Einsatz von Atomwaffen wirft indes einige Fragen auf: Wer hat Atomwaffen? Wie viele Atomwaffen gibt es? Wo sind Atomwaffen stationiert? Welche Atomwaffen gibt es? Wie gehen die Supermächte in ihrer jeweiligen Militärdoktrin mit der Frage nach dem Atomwaffeneinsatz um? Wer spricht von Atomwaffen? Wer würde über den Einsatz von Atomwaffen entscheiden?

Wer hatte im Anfang 2024 Atomwaffen und wie viele Atomwaffen gab es zu dem Zeitpunkt? Offiziell verfügten Anfang 2024 insgesamt neun Länder über Atomwaffen: USA (5044), Russland (5580), China (500), Großbritannien (225), Frankreich (290), Indien (172), Israel (90), Pakistan (170), Nordkorea (50). Zu den Atommächten kommen fünf weitere Länder, in denen insgesamt 200 bis 300 Atombomben stationiert sind: Deutschland, Italien, Türkei, Niederlande und Belgien. Hinzu kommen U-Boote und Bomber, die mit Atomwaffen bestückt sind oder bestückt werden können. In Deutschland, genauer gesagt in Büchel, lagern bis zu 20 B61-Bomben, also Wasserstoffbomben, die als Freifallbomben mit einer variablen Sprengkraft konzipiert wurden.

Welche Atomwaffen gibt es? Richtiger wäre die Frage nach Kernwaffen, denn es gibt Waffen, die noch verheerender sind als Atombomben. Wesentlich stärker als die klassische Atombombe ist die Wasserstoffbombe. Auch die Neutronenbombe ist Menschen, die im Kalten Krieg aufgewachsen sind, bestimmt ein Begriff. Sicher ist: Alle diese Waffen würden unvorstellbare Zerstörungen bewirken, tausende Menschenleben auf einen Schlag auslöschen und ganze Landstriche unbewohnbar machen. Sie einzusetzen ist daher streng genommen keine Option.

Wann und wo wurden Kernwaffen getestet? Stand 2017 wurden weltweit weit mehr als 2000 Kernwaffentest durchgeführt. Mit mehr als 1000 Test liegen die USA an der einsamen Spitze gefolgt von der 1991 untergegangenen Sowjetunion (Nachfolgestaaten sind unter anderem Russland, Kasachstan und die Ukraine) mit mehr als 700 Tests. Auch diese Länder haben Kernwaffen getestet: Frankreich, Großbritannien, Indien, Pakistan, China und Nordkorea. Die meisten Kernwaffen explodierten in der Luft. Der erste Kernwaffentest der Welt fand am 16. Juli 1945 unweit der Stadt Alamogordo im US-Bundesstaat New Mexico statt. Die absolut meisten Tests führten die Amerikaner jedoch in Nevada durch. 1350 Quadratkilometer Gelände aus Wüste und Bergen sind dort mit zahlreichen Kratern übersät. Einige haben Namen, darunter Sedan (Durchmesser 390 Meter, Tiefe 100 Meter), Teapot und Scooter. Weitere Tests fanden auf dem Bikini-Atoll im Pazifik statt. Die Sowjetunion suchte sich für ihre Tests die Steppe bei Semipalatinsk in Kasachstan aus und die Nordmeer-Insel Nowaja Semelja. China wählte für seine Tests den Salzsee Lop Nor. Frankreich missbrauchte für seine Tests ein Gebiet in der Sahara Algeriens. Indien wählte die Wüste Thar.

Wie schnell sind mit Nuklarsprengköpfen bestückte Raketen? Als die schnellste ballistische Rakete der Welt gilt das russische Avangardsystem mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 27, also bis zu 32.200 Kilometer pro Stunde. Jede Stadt der Europäischen Union würde von also Russland aus in maximal 20 Minuten erreicht, die USA müssten nach 30 Minuten mit den ersten Einschlägen rechnen und die stärksten russischen Kernwaffen sind heute 50 Mal stärker als jene, welche von den USA Anfang August 1945 auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden sind.

Wer würde über den Einsatz von Kernwaffen entscheiden? In den USA kann allein der US-Präsident über den Einsatz von Kernwaffen entscheiden. In Russland gibt es drei Personen mit der Gewalt über die "Atombomben": der Präsident, der Generalstabschef und der Verteidigungsminister. Doch für den Einsatz sind die Codes aus zwei Koffern notwendig als Absicherung gegen schwerwiegende Fehler beim Einsatz von Nuklearwaffen.

Welche folgen eine Atombombe hätte, kann man hier simulieren.

pub. am 29.12.2024, neu bearbeitet am 22.2.2025

Deutschland brüskiert! Wer hat Nordstream zerstört? USA, Ukraine oder wer?

26. September 2022: In der Ostsee vor der Insel Bornholm, Dänemark, kommt es um 2:03 Uhr und um 19:03 Uhr zu vier heftigen Explosionen. Die Betreiber der Pipelines Nordstream Eins und Nordstream Zwei registrieren einen Druckanfall in ihren Gasleitungen, die Russland und Deutschland verbinden. Gewaltige Mengen Methan-Gas entweichen in einer Blase mit einem Durchmesser von bis zu einem Kilometer. Die Behörden sperren das Gebiet großräumig für Schiffe und Flugzeuge.

Schnell ist klar: Die Pipelines wurden gesprengt. Unklar blieb, wer das gemacht hat, aber Russland wurde schon einmal beschuldigt, die vollständig in Eigentümerschaft des staatlichen russischen Gaskonzerns Gazprom befindlichen Rohrleitungen gesprengt zu haben. Von Anfang an lag freilich der Verdacht nahe, dass die USA und die Ukraine dahinter stecken konnten, da sie das größte Interesse an der Zerstörung dieser Verbindung hatten und lange vor der Sprengung immer wieder gegen das Projekt gehetzt hatten.

Jetzt, zwei Jahre später, sind zwei Varianten des Vorfalls prominent im Umlauf. Anfang 2023 berichtete Seymour Hersh, ein bekannter, investigativer Journalist aus den USA, auf seiner Substack-Seite, das Spezialtaucher aus Norwegen während der NATO-Übung BALTOPS im Juni 2022 Minen platziert, die später aus der Ferne gezündet wurden. Als Option sei einer Sprengung bereits 2021 in den USA diskutiert worden. Es wäre die Fortsetzung der Politik unter US-Präsident Donald Trump gewesen: Unter ihm trat 2019 ein Gesetz in Kraft, das die nationale Sicherheit und die außenpolitischen Interessen der USA sichern sollte. In dem Gesetz hieß es, Russland nutze Energieexporte, um nationale und regionale Abhängigkeiten zu schaffen und so seinen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss auszuweiten. Weil das amerikanischen Sicherheitsinteressen widerspreche, müsse das verhindert und gegengesteuert werden. Dass das nicht leere Worte waren, zeigt eine Pressekonferenz mit US-Präsident Joe Biden und dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz. Biden kündigt hier an, Nordstream werde ausgeschaltet, sobald russische Panzer in die Ukraine rollen.

Im Sommer 2024 kursierte eine ganz andere Variante. Demnach hat die Ukraine die Aktion geplant und durchgeführt. Bojan Pancevski, Chefkorrespondent beim Wall Street Journal in Europa, durfte am 12. September 2024 bei Markus Lanz zur besten Fernsehsendezeit seine Version von der Sabotage erzählen: Die Idee entstand im Mai 2022 angesichts der militärischen Erfolge der Ukraine gegen Russland. Das Vorhaben der Sprenung hatte die Zustimmung durch das Militär und die Regierung der Ukraine. Die Aktion stieg im Juni 2022. Sechs Personen waren beteiligt, fünf Männer und eine Frau, davon vier Profitaucher. Die Frau sollte der Geheimaktion den unschuldigen Anstrich von Urlaubstörn geben. In Warnemünde charterten sie die Schaluppe "Andromeda" und fuhren zunächst nach Wiek auf der Insel Rügen. Dort nahmen sie Ladung auf und fuhren weiter nach Christiansø in Dänemark unweit der Insel Bornholm, vor der die Pipelines liegen. Am 19. Juni 2022 geht die Mannschaft für einen ganzen Tag in Kolberg an Land, wo sie von der Polizei kontrolliert worden und aber trotz gefälschter Pässe nicht auffliegt.

An den Pipelines platzieren Taucher vier Sprengladungen, so Pancevski weiter. Sie verwendeten den Sprengstoff HMX (technischer Name), chemisch Oktogen mit einer Detonationsgeschwindigkeit von 9100 Meter pro Sekunde (TNT hat rund 7000 Meter pro Sekunde). Die Aktion muss viel Zeit beansprucht haben wegen der notwendigen Dekompression nach Arbeiten in 80 Meter Tiefe. Kompliziert sei die Aktion auch gewesen, weil es in der Tiefe eine starke Strömung gebe und große Dunkelheit. Die CIA soll von dem Plan erfahren haben. Was Pancevski in seiner ganzen Erzählung nicht erwähnt hat: Christiansø ist ein Teil einer Schären-Inselgruppe 18 Kilometer nordöstlich von Bornholm, die vom dänischen Verteidigungsministerium verwaltet wird.

Was ist zur Zerstörung von Nordstream allgemein bekannt? Die Pipelines sind aus deutscher Sicht deutsche Infrastruktur, in der Ukraine, Polen und dem Baltikum wurde die Pipeline als russische Infrastruktur betrachtet. Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof führt seit dem 10. Oktober 2022 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage (§ 88 des Strafgesetzbuchs) und anderer Straftaten im Zusammenhang mit der Beschädigung der Nord Stream-Gaspipelines. Beim Bundeskriminalamt (BKA) ist das Referat ST 24 "Ermittlungen, Fahndung Spionage, Staatsterrorismus" mit der Angelegenheit befasst. Noch vor dem BKA war indes der Verfassungsschutz bei dem Verleiher, wo die "Andromeda" gechartert wurde.

Am 2. November 2022 konnte die Nord Stream AG erstmals am Schadensort bei Bornholm Daten von den Pipelines erfassen. Für Nordstream 1 wurden 3 bis 5 Meter tiefe Krater auf dem Meeresboden in einem Abstand von etwa 248 Meter gemessen. Der Rohrabschnitt zwischen den Kratern war zerstört, was bedeutet, dass etwa 21 der je 12 Meter langen Rohre massiv beschädigt wurden. Durch die Sprengung sind Nordstream 1 und Nordstream 2 mit einem Gesamtwert von rund 17 Milliarden Euro außer Betrieb gesetzt worden.

Nordstream 2 gehörte zu 100 Prozent dem staatlichen russischen Energiekonzern Gazprom. An der Finanzierung von Nordstream 2 beteiligten sich die Firmen Wintershall DEA AG und Uniper (Deutschland), OMV (Österreich), Engie (Frankreich) und Royal Dutch Shell (Niederlande/Großbritannien) mit insgesamt 50 Prozent der Kosten, worauf man sich im Frühjahr 2017 einigte.

Wintershall erklärte vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine bereits im März 2022, die Finanzierung von Nordstream 2 abzuschreiben, gab aber auch eine Solidaritätsbekundung mit den russischen Kollegen und der russischen Zivilgesellschaft ab. Uniper blieb weitgehend bei einem Statement aus dem Jahr 2018, wo das Nordstream-Projekt im Gegensatz zu Darstellungen der US-Regierung als Teil einer Diversifizierungsstrategie verteidigt wurde. Europa würde als Flüssiggasmarkt für die USA auf der Hand liegen, doch sei US-LNG für Europa preislich nicht interessant. "Dank Pipeline-Gas haben wir ein vergleichsweise niedriges Gaspreisniveau." Dabei wurde Uniper auch noch deutlicher: "Wer sich gegen Nord Stream 2 ausspricht, schwächt den Wettbewerb und die Versorgungssicherheit. Länder wie die Ukraine und Polen haben als Transitmonopolisten kein Interesse an neuer und wettbewerbsfähiger Gasinfrastruktur für Europa." Polen und die Ukraine hatten wiederholt gegen das deutsch-russische Infrastrukturprojekt gehetzt. Und weiter direkt gegen eine US-Gesetzesinitiative unter US-Präsident Donald Trump: "Es kann nicht sein, dass die Energieversorgung Europas zum Spielball der amerikanischen Energie-, Wirtschafts-, Sicherheits- und Geopolitik gemacht wird, weil sachliche Argumente gegen Nord Stream 2 fehlen."

Nordstream 1 war seit 2011 in Betrieb, Nordstream 2 war Anfang 2022 startklar. Seit 1995 hatte es Verhandlungen und Planungen für eine neue Erdgastrasse gegeben, wobei es für Russland spätestens seit dem Jahr 2000 darum ging, eine Alternative zur sowjetischen „Freundschaftstrasse“ in der Ukraine zu haben, da der Transfer durch die Ukraine unsicher geworden war. Bundeskanzler Gerhard Schröder setzte sich für den Bau besonders ein und unterhielt auch später beste Kontakte zu Gazprom und zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bei Nordstream 2 wuchs der politische Druck durch die Pipeline-Gegner, zu denen die USA und die Ukraine und später auch die Europäische Union gehörte. Aber auch in Deutschland selbst gab es kritische Stimmen.

Hintergrund: Im Jahre 2020 importierte Deutschland etwa 80 Milliarden Kubikmeter Erdgas, wovon 52 Milliarden Kubikmeter (also 65 Prozent) aus Russland stammten. Nordstream 1 ist eine Pipeline mit einer Gesamtlänge von 1222 Kilometer, Nordstream 2 misst 1230 Kilometer. Seit Beginn des Wirtschaftskriegs mit Russland hat Deutschland den Gasverbrauch gesenkt und umdisponiert. 2023 kamen 43 Prozent des Erdgases aus Norwegen, 26 Prozent aus den Niederlanden und 22 Prozent aus Belgien, heißt es auf der Seite der Bundesnetzagentur. Der Anteil des als Alternative zum russischen Gas gepriesenen Flüssiggases (LNG) lag bei 7 Prozent, wovon wiederum 16 Prozent aus den USA kamen, der Mammutanteil jedoch aus Niederlande und Belgien (insgesamt 70 Prozent). Im Frühjahr 2024 verfügte Deutschland über vier Flüssiggasterminals an den Standorten Wilhelmshaven, Lubmin, Brunsbüttel und Stade.

Links zum Krieg zwischen der Ukraine/NATO und Russland

Deep State Map (pro-ukrainisch)

Karte vom Krieg (sehr detailliert)

Institute for the Study of war (US-amerikanisch)

Rybar (pro-russisch)

Militärobjekte in Reichweite westlicher Waffen der Ukraine (US-amerikanisch)


Kampf um Identität gebiert Hass, Tod und Krieg

Der Streit über die Geschichte und Identität der Ukraine und die Menschen, die dem von Josef Stalin und Nikita Chruschtschow geschaffenen, administrativen Gebilde angehören, das sich am 24. August 1991 nach der Auflösung der Sowjetunion als selbstständiger Staat etabliert hat, hat immer wieder harte Kontroversen hervorgerufen und Menschenleben gefordert. Abgesehen von den ungezählten Toten des Krieges zwischen Russland und der Ukraine hat es auch etliche politisch motivierte Tote gegeben.

Am 19. Juli 2024 etwa erlag die im westukrainischen Lwiw beheimatete Iryna Farion ihren Verletzung, nachdem eine unbekannte Person mehrfach auf ihren Kopf geschossen hatte. Wer war diese Frau? Farion hatte Philologie studiert und sich an der Polytechnischen Nationaluniversität Lemberg der ukrainischen Sprache verschrieben. Dabei positionierte sie sich ideologisch als Verehrerin von Stepan Bandera und betrat die politische Bühne 2005 als Mitglied der rechtsradikalen Partei „Svoboda“. Am 16. November 2023 wurde die Professorin entlassen, weil sie gegen russischsprachiges Personal in der ukrainischen Armee und im Asow-Regiment hetzte. Wer russisch spreche und nicht ukrainisch, sei Russe und müsse sich selbst auch so nennen. Es gebe keine russischsprachige Bevölkerung in der Ukraine, sondern nur Ukrainer, „Katsaps“ („Ziegen“, abgeleitet von einer Stereotype über Russen) und einen Sumpf aus Janitscharen (vom Osmanischen Reich unterworfene Christen, die ihren Eltern entrissen, dem Islam unterworfen und in den Armeedienst gezwungen wurden), Abtrünnigen und Verrätern. Trotz der genannten Ungeheuerlichkeiten wurde die Entlassungsanordnung des Rektorats am 7. Juni 2024 wieder aufgehoben.

2015 war für die Oppositionellen ein besonders blutiges Jahr in der Ukraine. Mykola Serhijenko von der Partei der Regionen* wurde im Januar erschossen. Alexei Kolesnik, einst Vorsitzender der Regionalregierung des Gebietes Charkiw wurde Ende Januar erhängt aufgefunden. Ende Februar fand man den Polizeichef von Melitopol, Oleksandr Bordjuga, tot in seiner Garage. Mord, Selbstmord und mysteriöse Todesumstände betrafen auch weitere Mitglieder der Partei der Regionen: Michailo Tscheschetow, Stanislaw Melnyk, Oleksandr Pekluschenko und Serhij Melnitschuk. Hinzu kommen der Anti-Maidan-Aktivist Oleh Kalaschnikow und die Journalisten Serhij Suchobok, Olga Moros und Oles Busyna.

In allen genannten Fällen beschuldigten sich Vertreter Russlands und der Ukraine gegenseitig, für die Toten verantwortlich zu sein. Die Todesfälle seien ein Beleg für die Russophobie in der Ukraine, sagen Russen, sie seine inszeniert, um Russophobie zu belegen, sagen Ukrainer.

* Die Hauptwählerschaft der eher links orientierten Partei der Regionen (PdR) konzentrierte sich ziemlich genau in jenen Gebieten der Ukraine, die besonders stark mit der russischen Geschichte verbunden sind, also die Regionen Odessa, Krim, Saparoschje, Donetsk, Lughansk und Charkow sowie Teile von Cherson, die ziemlich genau jene Gebiete darstellen, um die seit 2014 und verschärft seit Februar 2022 zwischen Russland und der Ukraine gestritten wird. Diese Gebiete sind auch das Hauptziel der von Kiew immer weiter verschärften Ukrainisierungskampagne, welche den Gebrauch der russischen Sprache und Kultur per Gesetz immer radikaler beschnitt bis hin zum totalen Verbot, was im klaren Widerspruch zu Artikel 10 der Ukrainischen Verfassung steht, in dem es heißt: „In der Ukraine wird die freie Entwicklung, der Gebrauch und der Schutz der russischen Sprache und der anderen Sprachen der nationalen Minderheiten der Ukraine garantiert.“ Die PdR kündigte 2004 an, Russisch als zweite Amtssprache in der Ukraine durchsetzen und damit zum Status quo während der Sowjetunion zurückkehren zu wollen.


Verfassungen der Welt – ein Vergleich

Verfassung der BRD (Auszüge)

Artikel 1: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlicher Gewalt."
Artikel 2: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt."

Artikel 4: "Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden."

Artikel 7: "Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates."

Artikel 16: "Politisch verfolgte genießen Asylrecht." ("Politisch" meint hier Personen, die bei Rückkehr in ihr Heimatland schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt wären wegen ihrer Rasse, Nationalität, politischen Überzeugungen, religiösen Grundentscheidungen oder der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe etwa mit einer besonderen sexuellen Orientierung.)

Artikel 20: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus."

Die Verfassungsrealität in Deutschland: Die Gleichberechtigung von Mann und Frau blieb in der BRD trotz grundgesetzlicher Zusicherung 1949 eine lange Geschichte. So durften Frauen ab 1962 selbstständig ein Konto eröffnen, wurde ab 1969 voll geschäftsfähig akzeptiert und durften ab 1977 ohne Zustimmung ihres Mannes einer Arbeit nachgehen.

Während des Corona- Ausnahmezustandes von 2020 bis 2023 verstieß der deutsche Staat, allen voran die Bundesregierung gegen wichtige Elemente des Grundgesetzes. Insbesondere wurde die Würde von Kindern und Rentner verletzt, als auch von allen Kritikern der staatlichen Maßnahmen und insbesondere G-Regeln und des Impfzwangs.

Link: Grundgesetz in der Fassung von 1949

Verfassung DDR 1968

Die DDR hatte im Laufe ihrer Existenz (1949 bis 1990) drei verschiedene Verfassungen, die nacheinander 1949, 1968 und 1974 in Kraft traten.

Artikel 2: „Der Mensch steht im Mittelpunkt aller Bemühungen der sozialistischen Gesellschaft und ihres Staates.“
Artikel 19, Absatz 2: „Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.“
Artikel 19, Absatz 3: „Frei von Ausbeutung, Unterdrückung und wirtschaftlicher Abhängigkeit hat jeder Bürger gleiche Rechte und vielfältige Möglichkeiten, seine Fähigkeiten in vollem Umfang zu entwickeln und sein Kräfte aus freiem Entschluß zum Wohle der Gesellschaft und zu seinem eigenen Nutzen in der sozialistischen Gemeinschaft ungehindert zu entfalten. So verwirklicht er Freiheit und Würde seiner Persönlichkeit. Die Beziehungen der Bürger werden durch gegenseitige Achtung und Hilfe, durch die Grundsätze sozialistischer Moral geprägt.“

Verfassung der Weimarer Republik (1919-1933)

Nach dem Scheitern der bürgerlichen Revolution 1848/49 in Deutschland und dem Fortbestand des Deutschen Kaiserreiches setzte sich nach der krachenden Niederlage im Ersten Weltkrieg (1914-1918) die Erkenntnis durch, dass sich die Monarchie überlebt hat und ein neues Staatssystem an deren Stelle treten muss.
Artikel 109: "Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich. Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten. Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben. Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden."
Artikel 113: "Die fremdsprachigen Volksteile des Reichs dürfen durch die Gesetzgebung und Verwaltung nicht in ihrer freien, volkstümlichen Entwicklung, besonders nicht im Gebrauch ihrer Muttersprache beim Unterricht, sowie bei der inneren Verwaltung und Rechtspflege beeinträchtigt werden."

Artikel 116: "Eine Handlung kann nur dann mit einer Strafe belegt werden, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Handlung begangen wurde."
Artikel 118: "Jeder Deutsche hat das Recht, innerhalb der Schranken der allgemeinen Gesetze seine Meinung durch Wort, Schrift, Druck, Bild oder in sonstiger Weise frei zu äußern. An diesem Rechte darf ihn kein Arbeits- oder Anstellungsverhältnis hindern, und niemand darf ihn benachteiligen, wenn er von diesem Rechte Gebrauch macht. Eine Zensur findet nicht statt, doch können für Lichtspiele durch Gesetz abweichende Bestimmungen getroffen werden. Auch sind zur Bekämpfung der Schund- und Schmutzliteratur sowie zum Schutze der Jugend bei öffentlichen Schaustellungen und Darbietungen gesetzliche Maßnahmen zulässig."

Verfassung der Russischen Föderation von 2020

Artikel 21: 1. Die Würde der Person wird vom Staat geschützt. Nichts kann ihre Schmälerung begründen. 2. Niemand darf der Folter, Gewalt oder einer anderen grausamen oder die Menschenwürde erniedrigenden Behandlung oder Strafe unterworfen werden. Niemand darf ohne sein freiwilliges Einverständnis medizinischen, wissenschaftlichen oder anderen Versuchen unterworfen werden.
Artikel 22: 1. Jeder hat das Recht auf Freiheit und persönliche Unverletzlichkeit. 2. Arrest, Verhaftung und Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft sind nur aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung zulässig. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung darf eine Person nicht länger als 48 Stunden festgehalten werden.
Artikel 23: 1. Jeder hat das Recht auf Unverletzlichkeit des Privatlebens, auf Personen- und Familiengeheimnis, auf Schutz seiner Ehre und seines guten Rufes. 2. Jeder hat das Recht auf das Geheimnis des Schriftverkehrs, von Telefongesprächen, postalischen, telegraphischen und anderen Mitteilungen. Eine Einschränkung dieses Rechts ist nur aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung zulässig.
Artikel 28: „Jedem wird die Gewissensfreiheit und die Glaubensbekenntnisfreiheit garantiert.“
Artikel 31: „Die Bürger der Rußländischen Föderation haben das Recht, sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln, Versammlungen, Kundgebungen, Demonstrationen und Umzüge durchzuführen sowie Streikposten aufzustellen.“

Verfassung der Islamischen Republik Iran

Artikel 4: „All civic, penal, financial, economic, administrative, cultural, military, political, and other laws and regulations must be based on Islamic criteria.“ (Alles ist dem Islam unterworfen.)
Artikel 24: „Publications and the press are free to discuss issues unless such is deemed harmful to the principles of Islam or the rights of the public.“ (keine Pressefreiheit)
Artikel 28: „People are free to choose whatever profession they wish as long as this profession is not against Islam, public interest, and the rights of others.“ (keine Berufsfreiheit)

Verfassung der Volksrepublik China

Artikel 35: „Die Bürger der Volksrepublik China genießen die Freiheit der Rede, der Publikation, der Versammlung, der Vereinigung, der Durchführung von Straßenumzügen und Demonstrationen.“
Artikel 38: „Die persönliche Würde der Bürger der Volksrepublik China ist unverletzlich.“
Artikel 42: „Die Bürger der Volksrepublik China haben sowohl das Recht als auch die Pflicht zu arbeiten.“
Artikel 54: „Die Bürger der Volksrepublik China sind verpflichtet, die Sicherheit, die Ehre und die Interessen des Vaterlandes zu verteidigen.“

Verfassung der Ukraine

Artikel 64. Die verfassungsmäßigen Rechte und Freiheiten des Menschen und des Bürgers dürfen mit Ausnahme der durch die Verfassung der Ukraine vorgesehenen Fälle nicht eingeschränkt werden.

Im Falle des Kriegs- oder Ausnahmezustandes können einzelne Beschränkungen der Rechte und Freiheiten mit dem Hinweis auf die Geltungsdauer dieser Beschränkungen festgelegt werden. Nicht eingeschränkt werden dürfen die durch die Artikel 24, 25, 27, 28, 29, 40, 47, 51, 52, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62 und 63 der vorliegenden Verfassung bestimmten Rechte.

Artikel 103. Der Präsident der Ukraine wird von den Bürgern für eine Amtszeit von fünf Jahren auf der Grundlage allgemeiner, gleicher und direkter Wahlen bei geheimer Stimmabgabe auf fünf Jahre gewählt.

Artikel 105. Der Präsident der Ukraine genießt für die Dauer seiner Amtszeit das Recht auf Immunität.

Für Angriffe auf die Ehre und Würde des Präsidenten werden die Schuldigen auf der Grundlage des Gesetzes zur Verantwortung gezogen.

Der Titel des Präsidenten der Ukraine wird durch das Gesetz geschützt und bleibt ihm auf Lebenszeit verliehen, sofern er nicht im Amtsenthebungsverfahren seines Amtes enthoben wurde.

Artikel 108. Der Präsident der Ukraine nimmt seine Befugnisse bis zum Amtsantritt des neu gewählten Präsidenten wahr.

Text


Drohnen: von Tesla bis heute

Unbemannte Flugobjekte mit Fernsteuerung kamen bereits im Ersten Weltkrieg (1914-1918) zum Einsatz. Doch inzwischen ist die Technik deutlich weiter, wobei zuletzt die Künstliche Intelligenz und der Rüstungswettlauf im Ukraine-Krieg die Entwicklung der Drohnen massiv forciert haben.

Drohnen sind heute in den verschiedensten Größen und Konfigurationen im Einsatz, sowohl zivil als auch militärisch. Die grundsätzliche Idee einer Drohne oder genauer gesagt einer Schiffsdrohne wird dem Erfinder Nikola Tesla zugeschrieben. 1898 reichte er in den USA ein entsprechendes Patent ein. Doch erst seit die Ukraine ferngesteuerte Sprengstoffboote über das Schwarze Meer zur russisch besetzten Krim geschickt hat, ist diese Technik einer breiten Öffentlichkeit wirklich bekannt geworden.

Aufklären und zerstören – das sind die Hauptaufgaben von Militärdrohnen. Der Bau militärischer Drohnen konzentriert sich auf Masse, Reichweite, Geschwindigkeit, Unsichtbarkeit und Sprengkraft. US-amerikanische und chinesische Drohnen dominieren den Markt, doch inzwischen haben Russland und die Ukraine zahlreiche Eigenentwicklungen fabriziert, die neue Maßstäbe setzen. Die modernsten Drohnen sind sehr stark an ihre jeweiligen Aufgaben angepasst und können beinahe so klein wie Insekten sein oder groß wie Wale. Tarnkappentechnik kommt zum Einsatz (Beispiele: XQ-58A und Ochotnik) und Hyperschalldrohnen gibt es auch (Beispiel: TA-1).

In der Europäischen Union sind Drohnen heutzutage sehr präsent. Bei der Bundeswehr kam die erste Aufklärungsdrohne 1990 zum Einsatz. Die bekannteste Drohne RQ-4B Global Hawk, ein Langstreckenaufklärer für große Höhen, ist seit 1998 in Europa im Einsatz. Fünf derartige Drohnen aus amerikanischer Produktion hat die US Air Force auf dem Luftwaffenstützpunkt Sigonella auf der italienischen Insel Sizilien stationiert. Von hier aus starten sie seit 2022 mit dem Tarnname „Forte“ regelmäßig zu Aufklärungsflügen gegen die Russische Föderation und zugunsten der Ukraine.

Stand Februar 2024 verfügten 42 Länder der Welt über bewaffnete Drohnen. Die meisten dieser Länder bezogen Drohnen aus der Türkei. Die Bayraktar TB2-Drohne aus Başakşehir (Raum Istanbul) hat durch den Fronteinsatz in der Ukraine den Ruf einer Wunderwaffe erlangt, obgleich Russland diese Drohnen wiederholt abgeschossen hat.

Ein bisschen Frieden in der Schweiz

Am 15. und 16. Juni 2024 fand die „Conférence de haut niveau sur la paix en Ukraine“ (zu Deutsch: Hochrangige Konferenz zum Frieden in der Ukraine), kurz Bürgenstock-Konferenz, in der Schweiz statt. 78 Staaten haben die Abschlusserklärung der Konferenz unterschrieben. Ein zweiter Friedensgipfel könnte in Saudi-Arabien stattfinden.

Offiziell war von 92 Teilnehmerstaaten die Rede. Unter ihnen waren die Russland näher stehenden BRICS-Staaten Brasilien, Indien, Südafrika und VAE. 57 Staaten waren mit Regierungsvertretern vor Ort, fünf Staaten nahmen als Beobachter teil (VAE, Brasilien, Südafrika, Israel und Indonesien). Die Inhalte dieser ersten Friedenskonferenz waren atomare Sicherheit, Lebensmittelsicherheit und Rückkehr aller ukrainischen Kriegsgefangenen und Zivilisten. Zum Anliegen der Konferenz sagte die Schweizer Bundespräsidentin Viola Amherd: Wir können Frieden weder verhandeln noch verkünden, wollen aber den Prozess für einen dauerhaften und gerechten Frieden in Gang setzen. Es gehe darum, Friedensverhandlungen vorzubereiten.

160 Staaten waren zur Konferenz eingeladen. Dass Russland nicht eingeladen war, begründeten die Veranstalter damit, dass Russland selbst eine Teilnahme abgelehnt habe. Wladimir Putin hatte die Konferenz im Vorfeld als Zeitverschwendung bezeichnet und klargemacht, wie die Friedensbedingungen Russlands aussehen. Dazu zählen der Verzicht der Ukraine auf die Krim sowie die vier von Russland teilweise annektierten, aber komplett beanspruchten ukrainischen Regionen Donezk, Lughansk, Cherson und Saparoschje. Nach Darstellung der russland-kritischen Internetplattform „Meduza“ würde Russland beim gegenwärtigen Tempo der Besetzung ukrainischer Gebiete allerdings noch 14 Jahre brauchen, bis die beanspruchten Gebiete erobert wären. Andererseits bescheinigte Kommentator Andreas Rüesch von der NZZ den Konferenzveranstaltern in der Schweiz „Schönfärberei“. Es gebe jetzt keine neuen, konsensfähigen Modelle und die gefeierte Schlusserklärung sei „vage und einfallslos“.

Die Konferenz fand im Bürgenstock Resort Lake Lucerne „mit einer Kapazität für Konferenzen für mehr als 600 Gäste“, Zimmerpreise ab 1500 Schweizer Franken und einer Tradition seit 1873 statt. Das Bürgenstock Resort befindet sich 500 Meter oberhalb des Vierwaldstättersees im Kanton Nidwalden vis á vis zur weltbekannten Kulturstadt Luzern. Offizielle Begründung für die Ortswahl war die Möglichkeit der „bestmöglichen Sicherung“ des Objektes.

Eigentümer ist der internationale Hotel-Betreiber Katara Hospitality mit Sitz in Katar. Er sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, durch den umfassenden Ausbau des Resorts den Charme des Hotelbergs zerstört zu haben für eine Enklave der Reichen und Superreichen. Die beim internationalen Jetset beliebte Adresse war 1960, 1981 und 1995 der Veranstaltungsort für die Bilderberg-Konferenz.


USA - ist die Weltmacht am Ende?

Seit Russland Krieg gegen die Ukraine führt, China hinter Russland steht wie der Iran, Nordkorea und der halbe afrikanische Kontinent, Indien sich heraushält und es auch in weiten Teilen der arabischen Welt und Lateinamerikas klare Kontrapositionen zu den USA gibt, ist klar, dass die USA nicht mehr die Welt so führen können, wie sie es Jahrzehnte gewohnt waren und noch immer gerne hätten. Game over!

Doch vor der Frage, wohin die Welt sich nun entwickelt, soll der Frage nachgegangen werden, wie die USA zur Weltmacht geworden sind, wie sie sich so lange in der Position halten konnte und warum es unwahrscheinlich ist, das sie klein beigeben.

Der Aufstieg der USA begann, als sie 1776 ihre Unabhängigkeit erklärte und sich damit gegen ihr Mutterland, die Kolonialmacht England, erfolgreich durchsetzte. Bis 1848 konnten die USA ihr Territorium durch Kauf und Krieg verdoppeln. Im 19. Jahrhundert folgte ein industrieller Boom. Im Ersten Weltkrieg entwickelten sich die USA dann zum größten Gläubiger der Welt. Weit weg vom Kriegsschauplatz in Europa konnte sich das Land ungestört weiterentwickeln, ganz im Gegensatz zu den europäischen Großmächten Deutschland, Russland, England und Frankreich, die allesamt Kriegsschauplatz waren.

Im Zweiten Weltkrieg konnten die USA ihre Positionen als Supermacht ausbauen und festigen. Sie machten gute Rüstungsgeschäfte, konnten sich erneut unbeschadet weiterentwickeln, verdingten sich erneut als großer Gläubiger, profilierten sich nach Kriegsende mit dem Marshallplan erneut als Führer und schufen systematisch wirtschaftlich und politisch abhängige Vasallen, die sie ab 1949 in der NATO zusammenführten. Außerdem verkauften sie erfolgreich den „American Way of Life“, der viele Menschen in aller Welt zur Einwanderung in die USA oder zur Nachahmung des US-amerikanischen Lebensstils animierte.

Die USA nutzten ihre wirtschaftliche Stärke, um sich als Finanz- und Militärmacht zu etablieren, wobei sich das Finanzsystem und der Militärisch-Industrielle-Komplex gegenseitig stützten. Die USA setzten weltweit den Dollar als Leitwährung durch, sicherten sich durch Krieg und Erpressung billiges Öl und übernahmen die Führung bei der Entwicklung von Hardware und Software.

Die USA investieren sehr viel Geld und Aufmerksamkeit für ihr Image in der Welt als Verteidiger von Demokratie, Freiheit und Wohlstand. Kein anderes Land der Welt unterhält so viel Militär im Ausland. Die USA hatten Ende 2022 insgesamt 171.736 aktive Militärtruppen in 178 Ländern von offiziell 195 Ländern weltweit. Die meisten Militärbasen haben die Nordamerikaner in Japan, Deutschland und Südkorea. 2023 gaben sie schätzungsweise 916,9 Milliarden US-Dollar für ihr Militär aus und bestritt damit 37 Prozent der Militärausgaben weltweit. Zum Vergleich: Deutschland gab laut Statista 66,8 Milliarden Dollar aus, China 261 Milliarden und Russland 76,6 Milliarden. Die USA investieren viel in das modernste Kriegsgerät, seien es Drohnen, Laserwaffen, Hyperschallraketen oder Kampfroboter.

Über den Dollar laden die USA ihre Schulden auf die Schultern der ganzen Welt. Nur so können sich die USA eine Rekordverschuldung von mehr als 34 Billionen Dollar (Stand Mai 2024) leisten.

Seit die körperliche und geistige Schwäche von US-Präsident Joe Biden offenkundig ist, erhärtet sich für immer mehr kritische Beobachter der Verdacht, dass der Zustand Bidens ziemlich genau dem Weltmacht USA entspricht.


Ein Amerikanisch-Mexikanisches Trauerspiel

Die Kultivierung Mexikos zog sich über Jahrtausende hin angefangen von den Olmeken über Zapoteken und Maya bis zu Tolteken, Mixteken und Azteken. Am Ende dieser langen Geschichte der Ureinwohner Mexikos stand die Herrschaft des Azteken-Königs Moctezuma Anfang des 16. Jahrhunderts dessen Reich von den anlandenen Spaniern schon bald überrollt wurde. Es folgte eine Welle der Versklavung, zwangsweisen Christianisierung und rücksichtslosen Plünderung des Landes und des Diebstahls von Silber im großen Stil. Mehrere Millionen Ureinwohner starben durch die von den europäischen Kolonialisatoren eingeschleppten Krankheiten. Spanier und Einheimische vermischten sich zu Mestizen. Zwei Jahrhunderte vergingen, bis 1810 der Kampf um die Unabhängigkeit entflammte. 1821 endlich erreichten die Aufständischen die Deklaration der Republik Mexiko.

Der Friede währte nur kurz, denn der Nachbar im Norden, die Vereinigten Staaten, machten Ärger mit ihren Expansionsgelüsten. 1846 mündet der Streit in einen dreijährigen Krieg, in dem die USA fast 50 prozent des mexikanischen Territoriums gewaltsam an sich rissen. Die späteren US-Bundesstaaten Kalifornien, Arizona, Utah, Colorado, New Mexiko und Texas waren bis dahin mexikanisch. Ironie der Geschichte: Kalifornien und Texas waren im Jahr 2024 die beiden wirtschaftlich stärksten US-Bundesstaaten. Doch die USA, erst recht unter US-Präsident Donald Trump, stellen das ganz anders dar. Für sie sind die Mexikaner Invasoren und Plünderer. Mit Zöllen will Trump Mexiko gefügig machen und der Golf von Mexiko soll nach seinem Willen Golf von Amerika heißen. Ihm gegenüber steht die erste Frau an der Spitze Mexikos, Claudia Sheinbaum Pardo. Sie ist Physikerin und Jüdin. Ihre Großeltern väterlicherseits kamen in den 1920er aus Litauen. Die Wurzeln mütterlicherseits führen nach Bulgarien.

Mexiko und die USA stehen sich heute an einer mehr als 3000 Kilometer langen Grenze gegenüber.

pub. am 10.2.2025

Knappe Ressourcen - Wahrheit oder Fake?

Um die Ressourcen dieser Erde gibt es immer wieder Streit, denn von ihnen hängen die wirtschaftliche und politische Stärke eines Landes ab und im Extremfall geht es schlicht ums Überleben. Es gab bereits viele Ressourcenkriege. Dieser Artikel befasst sich nun damit, um welche Ressourcen die Menschen streiten und welche Ressourcen tatsächlich knapp sind. Dabei geht es unter anderem um Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran, Silizium, Seltene Erden und nicht zuletzt um Wasser, aber auch um fruchtbare Böden.

Stand 2016 beliefen sich die weltweiten Ölreserven der bekannten Lagerstätte auf insgesamt 1,64 Billionen Barrel. Die Gasreserven lagen 2017 bei insgesamt 6,9 Billionen Kubikmeter. 24 Prozent dieser Vorräte befanden sich in Russland und weitere 17,3 Prozent im Iran.

Die Kohle würde unter den gegenwärtigen Bedingungen noch 133 Jahre reichen. Öl reicht nach aktuellem Stand noch für 47 Jahre und Gas für 52 Jahre. Silizium, das zum Beispiel von der Chipindustrie gebraucht wird, ist zum Beispiel in Sand gebunden und dürfte wohl der letzte Rohstoff sein, der ausgeht. Mehr als 25 Prozent der Erdkruste bestehen aus Silizium.

Die Schätzung für Uran der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe aus dem Jahr 2008 besagte, dass es weltweit 1,766 Millionen Tonnen förderfähiges Uran gibt, wovon sich über 40 Prozent in Australien befinden und damit die mit Abstand größte Menge weltweit. Auf den Rängen folgen Kasachstan und Kanada, die mehr Uran abbauen als Australien.

Für die besonders im Westen propagierte Energiewende sind „Seltene Erden“ (insgesamt 17 Elemente) ein Schlüssel. China hat mit 44 Millionen Tonnen die größten Reserven an Seltenen Erden und ist zugleich der mit Abstand größte Seltene-Erden-Produzent der Welt mit einem Marktanteil von 61 Prozent (Stand 2021).

Von den 1,4 Trilliarden Litern Wasser, die es auf der Erde gibt, sind nur 105 Billiarden Liter direkt verfügbar für Pflanzen, Tiere und Menschen. Stand 2017 lag der jährliche Verbrauch der Menschheit zum Trinken, Waschen, Reinigen, für Industrie und Landwirtschaft bei 4 Billiarden Liter Frischwasser. So gesehen scheint noch viel Luft noch oben zu sein, doch der Eindruck täuscht, da sowohl die Wasservorräte, als auch der Wasserverbrauch ist sehr ungleich auf der Welt verteilt sind. Spanien beispielsweise hat seit Jahren schon mit Wasserknappheit zu kämpfen, so dass die Behörden bereits drastische Maßnahmen verhängt haben. Weltweit erlebten Stand 2023 rund 50 Prozent der Menschheit, also rund 4 Milliarden Menschen, Wassernöte. Betroffen waren unter anderem die USA, Südafrika, Indien, China und Mexiko.

Geradezu grotesk erscheint da, dass der Wüstenstaat Kuweit das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch ist. Wie ist das möglich? Nun, das Emirat hat für sich das Problem mit gigantischen Entsalzungsanlagen, zum Beispiel von der deutschen Firma Simona AG, gelöst. Schließlich, so erklärt Simona im Internet, bestehen die weltweiten Wasservorkommen zu 97 Prozent aus Salz- und Brackwasser, so dass es naheliegend sei, diese Vorkommen für die Trinkwasserversorgung zu nutzen. Alles schick, so scheint es. Doch viele Entsalzungsanlagen leiten das aus dem Wasser entnommene Salz als Salzlauge zurück ins Meer, was ökologisch bedenklich ist, wie eine Studie der Vereinten Nationen von 2019 gezeigt hat. Demnach produzierten die fast 16.000 Entsalzungsanlagen in 177 Ländern 142 Millionen Kubikmeter Salzlauge, also 142 Milliarden Liter.

Die Neven Subotic Stiftung aus Dortmund befasst sich mit dem Thema Wasserknappheit. Zu ihrem Anliegen schreibt sie im Internet: „Für uns ist es unerträglich, dass Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen haben. Ihnen fehlen damit elementare Lebensgrundlagen und die Voraussetzung für Gesundheit, Bildung und eine selbstbestimmte Zukunft. Das ist menschenunwürdig.“

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